Weltpolitik

Mitten in Wirtschaftskrise: Mongolei wählt neuen Präsidenten

In der Mongolei hat am Montag die Präsidentenwahl begonnen. Mit Öffnung der Wahllokale können bis zum Abend 1,9 Millionen Wahlberechtigte über den Nachfolger von Tsakhia Elgegdorj entscheiden, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr antreten darf. Erwartet wurde ein enges Rennen zwischen Miyegombo Enkhbold von der regierenden Volkspartei (MVP) und Khaltmaa Batulgaa von der Demokratischen Partei (DP). 

Es wird mit einer schwachen Wahlbeteiligung gerechnet.  SN/APA (AFP)/BYAMBASUREN BYAMBA-OCH
Es wird mit einer schwachen Wahlbeteiligung gerechnet.

Als dritter Kandidat tritt Sainkhuu Ganbaatar von der Revolutionären Volkspartei (MRVP) an. Der Wahlkampf war überschattet von der Wirtschaftskrise in dem drei Millionen Einwohner zählenden Land. Die Mongolei ist eines der rohstoffreichsten Länder und erzielte wegen des Bergbaubooms 2011 mit 17 Prozent noch das höchste Wirtschaftswachstum der Welt. Rückläufige Rohstoffpreise und eine geringere Nachfrage nach den wichtigsten Exportgüter wie Kupfer, Öl und Eisenerz haben das Land jedoch in eine schwere Krise gestürzt. Um die rasant steigenden Staatsschulden begleichen zu können, stimmte der Internationale Währungsfonds (IWF) im Mai dafür, gemeinsam mit anderen Partner ein Hilfspaket in Höhe von 5,5 Milliarden Dollar bereitzustellen. 

Das Vertrauen in die Politik schwindet indes mit den zunehmenden Problemen des Landes. Schon lange gibt es Enttäuschung, dass der Reichtum durch die Bodenschätze nicht beim einfachen Volk angekommen ist und viele unverändert in Armut leben. Die zahlreichen Nomaden im Land leiden zudem bereits das zweite Jahr in Folge unter einem ungewöhnlich harten Winter. Mehr als eine Millionen Tiere verendeten nach Angaben des Roten Kreuzes wegen der extremen Wetterbedingungen. 

Hoffnung, dass ein neuer Präsident der Wirtschaft neues Leben einhaucht, gibt es kaum. Beobachter rechneten am Montag mit einer geringen Wahlbeteiligung, was auch daran liegt, dass sämtlichen Kandidaten Korruption vorgeworfen wird. Damit die Wahl aber gültig ist, müssen mehr als 50 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgeben. Sollte keiner die absolute Mehrheit gewinnen, müssen die beiden Kandidaten mit den meisten Stimmen in die Stichwahl gehen.

Quelle: Apa/Dpa

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