Weltpolitik

Mord an Bauern sorgt auf Philippinen für Empörung

Die Tötung von neun armen Bauern auf einer Zuckerrohrplantage hat auf den Philippinen für Empörung gesorgt. Menschenrechtsaktivisten sprachen von einem "Massaker", die Behörden ordneten am Montag eine Untersuchung an. 25 Landarbeiter hatte am Samstag Teile eines Felds auf der Insel Negros besetzt, um es selbst zu bewirtschaften. Kurz darauf wurden sie von bis zu 40 Bewaffneten attackiert.

Die Senatorin Leila de Lima sagte, der Vorfall sei eine "grauenvolles" Beispiel für das jahrzehntelange Versagen des staatlichen Landreformprogramms, das Bauern aus dem "bösen und erniedrigenden Kreislauf der Armut befreien" solle.

Nach Angaben der Ermittler wurden die Bauern möglicherweise von Schlägertrupps angegriffen, die vom Grundbesitzer oder von Pächtern der Plantage angeheuert worden waren. "Wir schwören, alle verfügbaren Kräfte zu mobilisieren, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen", sagte Polizeichef Oscar Albayalde.

Negros ist das Zentrum der philippinischen Zuckerindustrie. Viele Anbauflächen gehören reichen Grundbesitzern. Die Bauern, die das Land bewirtschaften, müssen Teile ihrer Ernte an sie abgeben. Eine Landreform, die schon 1988 gestartet wurde, um arme Bauern mit eigenem Ackerland zu versorgen, kommt nur schleppend voran.

Nach Angaben des Ministers für Agrarreform, John Castriciones, hat die Regierung bereits 4,8 Millionen Hektar Land an fast drei Millionen Menschen verteilt. Mehr als 800.000 Hektar stehen demnach noch aus. Auf Flächen wie auf Negros habe die Regierung wegen Rechtsstreitigkeiten noch keine Landtitel vergeben können. "Das ist einer der Gründe, warum einige unserer Bauern auf Ackerland zurückgreifen, das nicht ihr eigenes ist", sagte Castriciones.

Quelle: Apa/Ag.

Aufgerufen am 21.11.2018 um 06:31 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/mord-an-bauern-sorgt-auf-philippinen-fuer-empoerung-50397484

Schlagzeilen