Weltpolitik

Mordopfer Boris Nemzow: Moskau ließ seinen Gedenkort räumen

Am zweiten Jahrestag der Ermordung des russischen Oppositionellen Boris Nemzow hat die Stadt Moskau Blumen, Kerzen und Bilder am Tatort räumen lassen. Der Kreml-kritische Radiosender Echo Moskwy berichtete, es seien sechs Aktivisten vorübergehend festgenommen worden. Bereits nach Stunden wurden einer Aktivistin zufolge wieder Blumen am improvisierten Mahnmal niedergelegt und Kerzen angezündet.

Aktivisten erinnerten an den Mord des Oppositionellen.  SN/APA (AFP)/NATALIA KOLESNIKOVA
Aktivisten erinnerten an den Mord des Oppositionellen.

Mit einem Gedenkmarsch für Nemzow hatten am Sonntag Tausende Oppositionelle und Anhänger in der russischen Hauptstadt gegen die Regierung demonstriert. Mit Fotos, Plakaten und Blumen marschierten die Teilnehmer durch die Moskauer Innenstadt.

Der frühere Vize-Regierungschef Nemzow war am 27. Februar 2015 auf einer Brücke in unmittelbarer Nähe des Kreml erschossen worden. Die Anklage geht von einem Auftragsmord aus. Gegen fünf Tatverdächtige läuft in Moskau ein Prozess. Nemzows Anhänger vermuten die Hintermänner in Tschetschenien im Nordkaukasus oder gar im Kreml selbst.

Die EU-Vertretung in Russland forderte am Montag, den Fall so schnell wie möglich aufzuklären. Seit dem Mord legen Anhänger jeden Tag Blumen und Kerzen im Gedenken an den Oppositionspolitiker auf der Brücke nieder. Die Behörden räumen sie immer wieder weg.

Quelle: Apa/Dpa

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