Weltpolitik

Mugabe tat einen Schritt zu viel

Warum das sonst so treue Militär den Langzeitherrscher in Simbabwe stürzte.Ein alter Kampfgefährte soll die Nachfolge in dem völlig ruinierten Land antreten.

Wenn die präsidiale Autokolonne durch den Nobelvorort Borrowdale raste, in dem Robert Mugabe in Harare seine Residenz hat, fuhr der gesamte Verkehr in einer widerwilligen Ehrerbietung für den Despoten sofort zur Seite. Selbst mit 93 Jahren schien Mugabe nur darauf bedacht, an der Macht zu bleiben - was er auch immer wieder bekundete. Doch mit dem Alter und seinem bekannten Starrsinn hat er nicht nur seinen bislang untrüglichen Machtinstinkt, sondern auch jeden Realitätsbezug verloren: Die willkürliche Entlassung des vor allem in Militärkreisen beliebten Vizepräsidenten Emmerson Mnangagwa und der Versuch, seine im Volk weithin verhasste 52-jährige Frau Grace als Nachfolgerin zu etablieren, brachten das Fass zum Überlaufen - und kosteten den Langzeitherrscher der einstigen britischen Kolonie Rhodesien das Amt.

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