Weltpolitik

Mussolinis Heimat will keine Duce-Souvenirs mehr in Italien

Die norditalienische Region Emilia Romagna, Heimat des faschistischen Diktators Benito Mussolini, will das Geschäft mit Souvenirs des "Duce" verbieten. Das Regionalparlament hat ein Dokument mit dem Ziel verabschiedet, Druck auf Rom für ein italienweites Verbot von Verkauf und Vertrieb von Artikeln auszuüben, die sich auf das faschistische und nationalsozialistische Regime beziehen.

Mussolinis Heimat will keine Duce-Souvenirs mehr in Italien SN/APA (AFP)/TIZIANA FABI
Duce-Souvenirs sind seit Jahren ein Renner.

Das Dokument wurde von einem Bündnis von Linksparteien verabschiedet. Dagegen wehrten sich die Rechtsparteien Lega Nord, und Fratelli d´Italia, sowie die Forza Italia um Ex-Premier Silvio Berlusconi, berichteten italienische Medien.

In vielen Geschäften in der Region Emilia Romagna werden Büsten des einstigen Machthabers in verschiedenen Größen, T-Shirts, Poster und Fahnen mit Mussolinis Antlitz angeboten. Auch Gläser und Teller mit Slogans des faschistischen Regimes sind zu kaufen. In Mailand sind Kalender mit Slogans Mussolinis seit Jahren ein Renner.

Gefragt sind außerdem Weinflaschen mit Etiketten, auf denen Mussolini abgebildet ist. Weine wie Cabernet Blanc, Merlot, Tocai mit Mussolini-Bildern sind in Rimini zu einem Kultobjekt geworden. Einen Riesenerfolg erntet die Webseite www.duce.it, die Krawatten mit Mussolinis Antlitz, CD mit seinen Ansprachen und faschistische Lieder anbieten. Der Erfolg der Duce-Souvenirs löste Empörung aus.

Mussolini war im Jahr 1883 als Sohn eines sozialistisch gesinnten Schmiedes in Predappio unweit von Rimini zur Welt gekommen. Er ist in dieser Kleinstadt auch begraben. Hier befindet sich ein Museum mit Bildern, Dokumenten und Briefen des Diktators, das jährlich von Tausenden von Nostalgikern des Faschismus besucht wird.

Quelle: APA

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