Weltpolitik

Mutmaßlicher Attentäter von St. Petersburg festgenommen

Drei Tage nach dem Anschlag in St. Petersburg ist der mutmaßliche Täter gefasst worden. Der Mann sei am Samstag bei einem Sondereinsatz festgenommen worden, teilte der russische Inlandsgeheimdienst FSB mit. Der Verdächtige werde derzeit vernommen. Bei dem Anschlag, den die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) für sich reklamiert hatte, waren am Mittwoch 18 Menschen verletzt worden.

Am Mittwoch war in einem Supermarkt eine Bombe explodiert SN/APA (AFP)/OLGA MALTSEVA
Am Mittwoch war in einem Supermarkt eine Bombe explodiert

In einem Supermarkt in Russlands zweitgrößter Stadt war eine selbstgebaute Nagelbombe mit einer Sprengkraft von etwa 200 Gramm Dynamit explodiert. Der Sprengsatz war in einem Schließfach in dem Supermarkt platziert worden. Die Detonation ereignete sich, als viele Russen wegen der Vorbereitungen auf den Jahreswechsel und das orthodoxe Weihnachtsfest am 7. Jänner unterwegs waren.

Auf am Donnerstag veröffentlichten Bildern einer Überwachungskamera aus dem Supermarkt war ein Mann in einer Kapuzenjacke mit einem offenbar schweren Rucksack zu sehen, der den Supermarkt anschließend ohne den Rucksack wieder verließ. Das Nationale Antiterror-Komitee (NAK) übernahm die Ermittlungen.

Russlands Staatschef Wladimir Putin stufte den Anschlag als "terroristische Tat" ein und drang auf einen gnadenlosen Kampf gegen Attentäter. Im Falle eines drohenden Anschlags sollten die Sicherheitskräfte im Zweifel "die Banditen an Ort und Stelle liquidieren".

Putin unterzeichnete am Freitag zudem ein Gesetz, das die Strafen für Terrorfinanzierung und die Anwerbung extremistischer Gewalttäter deutlich erhöht. Das Gesetz sieht vor, die Höchststrafe für die Vergehen von bisher zehn Jahren Gefängnis auf lebenslange Haft zu erhöhen. Die Duma hatte die Neuregelung am 14. Dezember beschlossen, am vergangenen Mittwoch stimmte auch das russische Oberhaus zu.

Die russische Armee kämpft seit September 2015 im syrischen Bürgerkrieg an der Seite von Staatschef Bashar al-Assad unter anderem gegen den IS. Damit rückte das Land verstärkt in den Fokus von Dschihadisten. Im April wurden bei einem Bombenanschlag in der U-Bahn von St. Petersburg 16 Menschen getötet, darunter der Attentäter. Zu der Tat bekannte sich eine Gruppe mit Verbindungen zum Al-Kaida-Netzwerk.

Mitte Dezember kündigte Putin einen Teilabzug der russischen Truppen aus Syrien an. Die russischen Sicherheitsbehörden erklärten anschließend, es sei eine Rückkehr von Dschihadisten nach Russland zu befürchten, nachdem die IS-Miliz praktisch alle ihre Gebiete in Syrien und im Irak verloren habe. Nach Angaben des Chefs des Inlandsgeheimdienstes FSB, Alexander Bortnikow, haben sich rund 4500 Russen extremistischen Gruppen in Nahost, Nordafrika und anderen Regionen angeschlossen.

(Apa/Dpa/Ag.)

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