Weltpolitik

Mutmaßlicher Taliban-Angriff auf Touristen in Afghanistan

Mutmaßliche Taliban-Kämpfer haben im Westen Afghanistans eine Touristengruppe mit einem deutschen Staatsbürger und elf weiteren Ausländern angegriffen und mehrere von ihnen verletzt. Bei der Attacke in der Provinz Herat seien am Donnerstag mindestens sechs Ausländer sowie der afghanische Fahrer verletzt worden, teilte die Provinzregierung mit.

Der Touristengruppe gehörten acht Briten, drei US-Bürgern und ein Deutscher an, wie der Sprecher der Provinzregierung von Herat, Jhilani Farhad, sagte. Sie wurde von einem Konvoi der afghanischen Armee begleitet, als die Attacke im Bezirk Chisht-e-Sharif verübt wurde. Laut Auswärtigem Amt in Berlin blieb der Deutsche unversehrt.

Die Angreifer seien in die Flucht geschlagen worden, sagte der Sprecher. Mindestens sechs Ausländer und ihr afghanischer Fahrer hätten Verletzungen erlitten. Die Gruppe werde in die Provinzhauptstadt Herat gefahren.

Außenministerien westlicher Länder raten schon lange mit einer offiziellen Reisewarnung von Reisen nach Afghanistan ab. "Vor Reisen nach Afghanistan wird dringend gewarnt", heißt es etwa bei deutschen Außenamt. "Wer dennoch reist, muss sich der Gefährdung durch terroristisch oder kriminell motivierte Gewaltakte bewusst sein." Dazu zählten Entführungen und Gewaltverbrechen. Auch die USA warnen ihre Bürger vor einem "sehr hohen Risiko" von Entführungen in Afghanistan.

Fahrten über afghanische Überlandstraßen sind äußerst gefährlich. Reisende werden dort immer wieder von den Taliban oder anderen bewaffneten Gruppen entführt oder getötet. Herat und die benachbarte Provinz Bamyan sind bei Touristen wegen ihrer zahlreichen Kulturstätten beliebt und gelten als vergleichsweise sicher.

Nach Informationen der britischen Zeitung "The Guardian" hatten die ausländischen Touristen ihre Rundfahrt über einen englischen Reiseveranstalter gebucht. Dieser war am Donnerstag zunächst nicht erreichbar.

Die Armee und die Provinzregierung von Herat schrieben den Angriff vom Donnerstag den Taliban zu. Mehrere Taliban-Kämpfer seien von den Einsatzkräften getötet worden, sagte der Sprecher der Provinzregierung. Die Extremisten bekannten sich jedoch zunächst nicht zu der Tat. Die Taliban haben ihre Angriffe im Zuge ihrer "Sommeroffensive" zuletzt verstärkt.

Erst am Montag hatten Taliban-Kämpfer in Kabul einen Anschlag auf ein von ausländischen Vertragskräften genutztes Hotel verübt. Bei der Explosion eines mit Sprengstoff beladenen Lastwagens und den anschließenden siebenstündigen Kämpfen wurden nach Polizeiangaben ein Polizist und drei Taliban-Kämpfer getötet. Die Gäste und Mitarbeiter des Hotels blieben unverletzt.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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