Weltpolitik

Mutmaßliches Trump-Opfer verklagt Trump wegen Verleumdung

Während des US-Präsidentschaftswahlkampfs gehörte Summer Zervos zu den Frauen, die dem republikanischen Kandidaten Donald Trump sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten - kurz vor Trumps Vereidigung zum 45. Präsidenten der USA hat Zevos nun Klage gegen ihn eingereicht. Darin wirft sie ihm Verleumdung sowie Ausnutzung einer "emotionalen Notlage" vor, wie ihre Anwältin am Dienstag mitteilte.

Zevros (r.) will sich gegen Trump wehren.  SN/APA (AFP)/VALERIE MACON
Zevros (r.) will sich gegen Trump wehren.

Zervos sei Opfer "unerwünschter Annäherungen" Trumps geworden, bekräftigte die Juristin Gloria Allred bei der Pressekonferenz in Los Angeles. Der Immobilienmilliardär habe später die Vorwürfe nicht nur abgestritten, sondern seine Machtposition ausgenutzt, um "Zervos und andere Frauen zu verunglimpfen" und ihnen "vorsätzlich zu schaden".

Zervos, eine frühere Kandidatin in Trumps Fernsehshow "The Apprentice", hatte Trump vor seiner Wahl zum US-Präsidenten vorgeworfen, sie 2007 bei einem Treffen in einem Hotel in Beverly Hills sexuell bedrängt zu haben. Bei dem Gespräch, bei dem es eigentlich um einen Job für sie gehen sollte, habe Trump sich gegen ihren Willen an sie gedrückt und ihr an die Brust gefasst.

Trump hatte die Vorwürfe und ähnliche Schilderungen mehrerer anderer Frauen als "Lügen" zurückgewiesen. Er drohte mit Klagen gegen "alle diese Lügnerinnen", doch setzte er die Drohungen bis heute nicht in die Tat um. Zervos sagte dazu am Dienstag, sie habe Trump bei einer Pressekonferenz vor rund zwei Monaten aufgefordert, seine Behauptungen zurückzunehmen.

Das habe er nicht getan und ihr damit keine andere Wahl gelassen, als ihren Ruf mit der nun eingereichten Verleumdungsklage wieder herzustellen. Ihre Anwältin fügte hinzu, Trump habe bis heute keine Reue gezeigt und stattdessen weiter "gelogen", um seine Taten zu verschleiern. Nach ihren Angaben unterzog sich ihre Klientin einem Test mit dem Lügendetektor, bevor sie ihre Klage vor einem New Yorker Gericht einreichte.

"Es erfordert viel Mut, den mächtigsten Mann auf dem Planeten zu verklagen", fügte Allred hinzu. Zervos sei sich der Risiken ihres Schritts durchaus bewusst. Aber "niemand steht über dem Gesetz, der gewählte Präsident eingeschlossen". Sollte es zu einem Prozess kommen, werde sie sicherlich alle "relevanten Informationen und Dokumente" einfordern, darunter auch nicht verwendetes Material aus Trumps Fernsehshow.

Die 42-jährige Zervos kündigte gleichzeitig an, sie sei "ohne finanzielle Entschädigung sofort bereit, ihre Klage zurückzuziehen", sollte Trump seine falschen Beschuldigungen gegen sie zurückziehen. Mit der Klage ist die Forderung einer Entschädigungszahlung in unbekannter Höhe für "emotionale Schäden und wirtschaftliche Verluste" verknüpft. Von Trump oder seinem Team gab es zunächst keine Reaktionen.

Mehrere Frauen waren im Oktober an die Öffentlichkeit gegangen, nachdem ein Video von 2005 mit sexistischen Äußerungen Trumps veröffentlicht worden war. Der ehemalige Reality-TV-Star prahlt darin damit, dass er sich erlauben könne, Frauen ohne Umschweife zu küssen und ihnen zwischen die Beine zu fassen. Trump entschuldigte sich für die Äußerungen, tat sie aber als "Umkleidekabinen-Gespräch" ab.

Quelle: Apa/Ag.

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