Weltpolitik

Nach Angriff auf Hotel in Kenia weitere Festnahmen

In Kenia sind neun weitere Verdächtige im Zusammenhang mit dem islamistischen Angriff auf einen Hotelkomplex in der Hauptstadt Nairobi mit 21 Todesopfern festgenommen worden. Die Ermittlungen hätten am Donnerstag zur Festsetzung von neun Verdächtigen "in mehreren Orten des Landes" geführt, unter anderem in der Hafenstadt Mombasa und im Westen Kenias, sagte ein hochrangiger Polizeivertreter.

Bisher wurde laut Polizei ein zurückgelassener Sprengsatz gefunden SN/APA (AFP)/SIMON MAINA
Bisher wurde laut Polizei ein zurückgelassener Sprengsatz gefunden

Bereits am Mittwoch hatten die Behörden zwei Festnahmen gemeldet. Die Verdächtigen wurden demnach nach Nairobi zur Vernehmung durch die Anti-Terror-Polizei gebracht. Bei einem der am Donnerstag Festgenommenen waren die Sicherheitsbehörden zuvor davon ausgegangen, dass er sich unter den fünf bei dem Angriff getöteten Dschihadisten befand. Sein Auto sei am Tatort gefunden worden, hieß es zur Erklärung. In seinem Haus sei der Anschlag auch vorbereitet worden. Bei der Durchsuchung wurden nach Angaben eines daran beteiligten Polizisten Waffen entdeckt.

Bei dem am Mittwochfrüh nach fast 20 Stunden beendeten Angriff waren nach jüngsten Angaben auch 28 Menschen verletzt worden. 94 zunächst als vermisst gemeldete Menschen hätten sich mittlerweile bei ihren Angehörigen gemeldet, teilte das Rote Kreuz mit. Unter den Toten befanden sich mehrere Ausländer, darunter ein US-Bürger.

Unterdessen setzten Sondereinheiten die Suche nach möglichen Sprengsätzen und weiteren Opfern in dem Hotelkomplex fort. Die Rettungskräfte gingen jedoch davon aus, dass sie keine weiteren Toten oder Verletzten finden würden.

Zu dem Anschlag hatte sich die islamistische Shebab-Miliz bekannt. Als Begründung gab sie die Verlegung der US-Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem an. Die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbundene Gruppe hat in der Vergangenheit wiederholt Anschläge in Kenia verübt. Bei einem Angriff auf das Westgate-Einkaufszentrum, nur wenige Kilometer vom Dusit-Komplex entfernt, wurden 2013 mindestens 67 Menschen getötet.

Quelle: Apa/Dpa

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