Weltpolitik

NATO bestätigte Aufrüstungspläne

Im Zuge der Aufrüstung gegen Russland wollen die NATO-Staaten bis 2020 die Reaktionsfähigkeit ihrer Truppen erhöhen. Wie NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg am Mittwoch bestätigte, sollen je 30 Einheiten von Heer, Luftwaffe und Marine so trainiert und ausgerüstet werden, dass sie im Fall einer Krisensituation innerhalb von 30 Tagen einsatzbereit wären.

NATO-Chef Stoltenberg (r.) setzt auf Aufrüstung SN/APA (AFP)/EMMANUEL DUNAND
NATO-Chef Stoltenberg (r.) setzt auf Aufrüstung

Insgesamt könnte es um rund 30.000 Soldaten, 300 Flugzeuge und mindestens 30 Kriegsschiffe oder U-Boote gehen. Stoltenberg bestätigte zudem erstmals öffentlich, dass Ulm im deutschen Bundesland Baden-Württemberg Standort eines neuen Unterstützung- und Nachschubkommandos der NATO werden soll. Es wird schnelle Truppen- und Materialtransporte in Europa ermöglichen und ihren Schutz organisieren.

Neben Deutschland sollen die USA in Norfolk (Virginia) ein weiteres neues Kommando aufbauen. Dieses wird unter anderem für effiziente Truppentransporte über den Atlantik verantwortlich sein. Die Planungen sollen an diesem Donnerstag und Freitag in Brüssel bei einem NATO-Verteidigungsministertreffen weiter vorangetrieben werden.

Hintergrund der NATO-Aufrüstung ist die als aggressiv wahrgenommene Politik Russlands. Vor allem östliche Bündnispartner fühlen sich bedroht, seit der große Nachbar 2014 mit der Unterstützung pro-russischer Separatisten in der Ukraine begann und sich die Schwarzmeerhalbinsel Krim einverleibte. Eine hohe Einsatzbereitschaft sei in einer unberechenbarer gewordenen Welt unerlässlich, sagte Stoltenberg. "Wir müssen für das Unvorhergesehene gewappnet sein."

Quelle: Apa/Dpa

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