Weltpolitik

NATO will Trump bereits in neuem Hauptquartier empfangen

Trotz monatelanger Verzögerungen beim Umzug plant die NATO ihren ersten Gipfel mit US-Präsident Donald Trump im Mai bereits in ihrem neuen Hauptquartier. "Wir haben vor, ihn im neuen Hauptquartier abzuhalten", sagte eine NATO-Sprecherin am Donnerstag. Aus Bündniskreisen hieß es jedoch, der Umzug in das neue Gebäude werde bis Mai nicht abgeschlossen sein.

Die NATO will Trump bald empfangen.  SN/APA (AFP)/JOHN THYS
Die NATO will Trump bald empfangen.

Aufgrund von Problemen mit dem Computersystem verzögert sich die Fertigstellung. "Das Projekt hat eine Reihe von Problemen mit dem Informations- und Kommunikationssystem", hieß es aus Bündniskreisen. Der Hersteller eines Teilsystems habe bisher nicht geliefert. Dies erzeuge einen "Dominoeffekt", der Verzögerungen von drei Monaten zu Folge habe. Damit verspäte sich das Vorhaben von März auf Juni. Angesichts der dann bevorstehenden Sommerferien rechnete eine Quelle mit einem vollständigen Umzug erst im September.

Der bereits laufende Umzug sei "eine komplexe logistische Unternehmung", sagte NATO-Sprecherin Oana Lungescu. Die Arbeiten am Gebäude seien "fast abgeschlossen", danach müssten dieses und seine Anlagen getestet werden. "Das neue IT- und Sicherheitssystem im Gebäude ist sehr komplex, und wir liegen leicht hinter dem Zeitplan, um es voll einsatzfähig zu machen", sagte Lungescu weiter. Ziel sei es, den Umzug "später in diesem Jahr" abzuschließen.

Das Weiße Haus hatte am Sonntag bestätigt, dass Trump an dem NATO-Gipfel Ende Mai teilnehmen wird. Nachdem der Immobilienunternehmer das Bündnis vor seinem Amtsantritt noch als überholt bezeichnet hatte, bekundete er laut Washington in einem Telefongespräch mit NATO-Generalsekretär Jens Stoltenberg zuletzt "starke Unterstützung" für die Allianz. Trump pocht den Angaben zufolge aber weiter auf mehr Engagement der europäischen Partner.

Der Bau des neuen Hauptquartiers gegenüber dem bisherigen NATO-Sitz hatte im Oktober 2010 begonnen und sich schon mehrfach verzögert. Das Gebäude mit 254.000 Quadratmetern Fläche im Nordosten der belgischen Hauptstadt soll Platz für 4.000 Mitarbeiter der Allianz und der 28 Mitgliedstaaten bieten. Die Gesamtkosten belaufen sich dem Bündnis zufolge auf 1,1 Milliarden Euro.

Quelle: Apa/Dpa

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