Weltpolitik

Neuer Regierungschef nach Korruptionsskandal in Südkorea

Die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye hat als Reaktion auf den Korruptionsskandal um ihre Freundin Choi Soon-sil und den Vertrauensverlust in der Bevölkerung einen neuen Ministerpräsidenten nominiert. Zudem benannte die konservative Staatschefin am Mittwoch einen neuen Finanzminister sowie einen Minister für öffentliche Sicherheit.

Neuer Regierungschef nach Korruptionsskandal in Südkorea SN/APA (AFP)/JUNG YEON-JE
Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye steht unter Druck.

Das Parlament muss noch zustimmen, eine Mehrheit ist nicht sicher. Die Opposition kritisierte die Kabinettsumbildung als unzureichend. Park wird vorgeworfen, ihrer langjährigen Vertrauten ohne öffentliches Amt die Einmischung in Regierungsgeschäfte erlaubt zu haben.    

Das Amt des Ministerpräsidenten soll der politische Berater des früheren liberalen Präsidenten Roh Moo-hyun (2003 bis 2008), Kim Byong-joon, übernehmen. Damit reagiere Park auch auf Forderungen nach einem "neutralen Kabinett", sagte ein Sprecher des Präsidialamts. 

Kommentatoren spekulierten, dass dem Ministerpräsidenten künftig als Folge des Skandals mehr Befugnisse eingeräumt werden sollen. Im Präsidialsystem Südkoreas laufen fast alle wichtigen Entscheidungen über das Staatsoberhaupt, das auch den Premierminister ernennt.

Die Umbildung des Kabinetts werde die öffentliche Empörung nicht beschwichtigen, wurde der Fraktionsführer der größten Oppositionskraft, Demokratische Partei Koreas, Woo Sang-ho, von der nationalen Nachrichtenagentur Yonhap zitiert. Seine Partei fordere Ermittlungen gegen Park. 

Die Affäre um die mittlerweile festgenommene Choi hat die Südkoreaner erzürnt und Park in große Bedrängnis gebracht. Am vergangenen Samstag forderten Tausende Südkoreaner bei Protesten in Seoul den Rücktritt Parks. Ihre Zustimmungswerte fielen aktuellen Umfragen zufolge auf nur noch zehn Prozent.

Ihr wird vorgeworfen, Choi (60) Einsicht in vertrauliche Regierungsdokumente und Mitsprache bei Personalentscheidungen ermöglicht zu haben. Choi steht außerdem im Verdacht, ihre Beziehung zu Park benutzt zu haben, um Spendengelder für die Gründung zweier privater Stiftungen einzutreiben und sich persönlich zu bereichern. Bei ersten Vernehmungen durch die Staatsanwaltschaft in dieser Woche wies sie die Vorwürfe zurück. Choi ist die Tochter eines früheren Sektenführers und Förderers Park. 

Quelle: Apa/Ag./Dpa

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