Weltpolitik

Neuseeland - berief sich der Attentäter auf die Wiener Türkenbelagerung von 1683?

Der Attentäter von Neuseeland nahm bei seinen Angriffen auf zwei Moscheen in Christchurch offenbar auch Bezug auf die Zweite Wiener Türkenbelagerung.

In einem TV-Bericht des niederländischen Senders RTL Nieuws mit Aufnahmen vom Tatort ist beispielsweise ein Schriftzug mit dem Namen "Ernst Rüdiger von Starhemberg" zu sehen. Der Feldmarschall hatte 1683 die Verteidigung Wiens geleitet.

Der Bericht, der auch auf der Internet-Plattform Youtube zu sehen ist, lässt vermuten, dass auf den Magazinen des Gewehrs die Namen von historischen Persönlichkeiten aufgeschrieben waren, die gegen die Osmanen gekämpft hatten.

Genannt werden neben Graf Starhemberg unter anderen auch Edward Codrington (der britische Admiral unterstützte in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts den Unabhängigkeitskampf Griechenlands gegen die Osmanen) oder Marcantonio Bragadin (kämpfte im 16. Jahrhundert als Gouverneur von Zypern gegen das Osmanische Reich) sowie der serbische Fürst Lazar, der 1389 in der Schlacht auf dem Amselfeld (Kosovo Polje) gegen die Türken gefallen war.

Zudem werden in dem im Internet kursierenden Video auch Bezüge auf frühere christliche Kreuzzüge gezeigt. Außerdem seien auf der Tasche des Verdächtigen Neonazi-Symbole gefunden worden, so der Bericht.

Dieser bezieht sich offenbar auch auf das mit "The Great Replacement" überschrieben Hass-Manifest (Der große Austausch) des Attentäters. Der Titel geht auf eine aus Frankreich stammende rechtsextreme Verschwörungstheorie zurück, wonach die Bevölkerung in Europa durch Zuwanderer ersetzt werden soll, deren Geburtenrate deutlich höher sei. Das Manifest wurde Experten als echt bewertet, wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtete.

Quelle: APA

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