Weltpolitik

NGO-Schiff mit Migranten auf Lampedusa beschlagnahmt

Das Schiff "Mare Jonio" der privaten italienischen Rettungsorganisation "Mediterranea" mit 30 Personen an Bord ist am Freitag auf Lampedusa gelandet und von den Justizbehörden beschlagnahmt worden. Der Crew wird Beihilfe der Schlepperei vorgeworfen, wie italienische Medien berichteten. 30 Menschen, darunter zwei schwangere Frauen und fünf Kinder, befanden sich an Bord der "Mare Jonio".

Die Migranten waren an Bord eines in Seenot geratenen Schlauchbootes und wurden 40 Seemeilen vor der libyschen Küste gerettet. "Die Mare Jonio ist auf Lampedusa gelandet, aber nicht als freies Schiff. Mit dem Fall beschäftigt sich die Justiz", kommentierte Innenminister Matteo Salvini.

"Die Konfiszierung des Schiffes ist ein Weg, um unsere Arbeit zu verhindern. Wichtig ist jedoch, dass wir Menschen gerettet haben. Das einzige Verbrechen, ist Menschen im Meer oder in Libyen sterben zu lassen", so die NGO Mediterranea per Twitter.

Am Donnerstag rettete die italienische Marine vor der libyschen Küste 36 Menschen. Das Schiff wird im sizilianischen Hafen Augusta erwartet. Laut italienischen Medien hatte Salvini seinen Unmut über die Rettungsaktion der Marine kundgetan. Salvini bekräftigte, dass die italienischen Häfen für Migranten geschlossen bleiben.

Unterdessen ertranken bei einem Bootsunglück vor der tunesischen Küste laut Behörden mindestens 70 Migranten. 16 Menschen seien in der Nähe von Sfax von Fischern gerettet worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur TAP. Sie berief sich auf Behördenkreise der tunesischen Küstenstadt. Offizielle Informationen lagen zunächst nicht vor. Die tunesische Küstenwache suche die Gewässer ab, hieß es weiter.

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