Weltpolitik

NGO-Schiff vor Lampedusa: Salvini droht Crew mit Festnahme

Der Crew des italienischen Beobachtungsschiffes "Mare Jonio" mit 49 geretteten Migranten, das vor der süditalienischen Insel Lampedusa vor Anker liegt, droht die Festnahme. Zwei Mal habe das Schiff den Befehl der italienischen Küstenwache ignoriert, den Motor auszuschalten und nicht Italiens Gewässer zu erreichen, verlautete es aus dem Innenministerium in Rom.

"Die Häfen bleiben geschlossen", sagte Salvini SN/APA (AFP)/VINCENZO PINTO
"Die Häfen bleiben geschlossen", sagte Salvini

"Es ist als ob ein Auto bei einer Kontrolle nicht halten würde. Wenn ein Autofahrer eine Sperre durchbricht, wird er verhaftet. Ich rechne, dass dies auch in diesem Fall geschieht", kommentierte Salvini laut Medienangaben. Die Crew des Schiffes unter der Führung des Linksradikalen Luca Casarini habe auch den Anweisungen der libyschen Küstenwache getrotzt, die die Migranten in Seenot an Bord nehmen wollte. Hinzu habe das Schiff beschlossen, mit den Migranten nicht nach Libyen oder nach Tunesien, sondern nach Italien zu reisen. Damit sei die Reise der Migranten wesentlich verlängert worden.

Der italienische Vizepremier und Fünf Sterne-Chef Luigi Di Maio bestätigten, dass die NGO Anweisungen der libyschen Küstenwache ignoriert habe. Er zeigte sich zuversichtlich, dass es rasch zu einer Lösung im Fall des Schiffes kommen werde. Auch der vatikanische Kardinalsekretär, Pietro Parolin, äußerte die Hoffnung, dass es bald zu einer positiven Lösung für die Migranten an Bord des Schiffes kommen werde.

Einer der Migranten, der vermutlich an einer Lungenentzündung leidet, wurde indes ins Krankenhaus von Lampedusa geflogen. Dabei handelt es sich um einen 24-jährigen aus Gambia. Er sei wohlauf, verlautete es aus dem Krankenhaus.

Quelle: APA

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