Weltpolitik

NGOs müssen sich in Griechenland registrieren lassen

In Griechenland müssen sich ab sofort alle Nichtregierungsorganisationen (NGOs) beim Staat akkreditieren. Nur dann dürften ihre Mitglieder auf den Inseln der Ostägäis Migranten helfen, teilte der stellvertretende griechische Migrationsminister Giorgos Koumoutsakos am Mittwoch mit. Einige NGOs hätten das Flüchtlingsproblem in der Ägäis genutzt, um Gelder direkt von der EU zu kassieren, hieß es.

"Einige Organisationen sind wie Pilze aus dem Boden geschossen. Und manche agieren wie Blutsauger", erklärte Koumoutsakos im Nachrichten-Radiosender Protothema. Am Vorabend hatte das griechische Parlament per Eilverfahren ein entsprechendes Gesetz gebilligt.

In den vergangenen Tagen hatten Migranten auf der Insel Lesbos demonstriert und zeitweise auch die Hafenpromenade der Inselhauptstadt Mytilini besetzt. Bei den Protesten war es zu Rangeleien mit der Polizei gekommen, die Tränengas einsetzte. Koumoutsakos äußerte die Vermutung, dass die Demonstrationen nicht spontan erfolgten, sondern von NGO-Mitgliedern organisiert wurden.

Die Lage auf den Inseln der Ostägäis wird immer schlimmer. Nach Angaben des UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) nahm die Zahl der Migranten, die aus der Türkei nach Griechenland kamen, zuletzt wieder deutlich zu. Waren es 2018 noch gut 50.500 Menschen, stieg die Zahl der illegalen Einreisen demnach 2019 auf gut 74.600.

Quelle: Apa/Dpa

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