Weltpolitik

Nigerias Armee rettete Schulmädchen aus Chibok an der Grenze

Die nigerianische Armee hat im äußersten Nordosten des Landes ein weiteres der von der Islamistengruppe Boko Haram verschleppten Schulmädchen aus Chibok befreit. Das Mädchen sei am Freitagabend in Pulka nahe der Grenze zu Kamerun befreit worden, sagte Armeesprecher Sani Usman am Samstag.

Nigerias Armee rettete Schulmädchen aus Chibok an der Grenze SN/topnews
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Die Schülerin sei zusammen mit ihrem zehn Monate alten Sohn in einer Gruppe unterwegs gewesen, die aus dem Sambisa-Wald, einem Rückzugsgebiet von Boko Haram, floh. Sie werde zunächst in einer Militärklinik medizinisch untersucht. Ein Mitglied der Gruppe Bring back our Girls (Bringt unsere Mädchen zurück), die sich für die Befreiung der Schulmädchen von Chibok einsetzt, bestätigte die Angaben.

Die Schülerin gehörte zu insgesamt 276 Mädchen, die im April 2014 aus einer Schulunterkunft in der Stadt Chibok von der Islamistengruppe Boko Haram verschleppt worden waren. 57 der Mädchen gelang wenige Stunden später die Flucht, zwei Mädchen gelangten im Mai in Freiheit.

Im Oktober ließ Boko Haram nach Verhandlungen mit der nigerianischen Regierung 21 Mädchen frei. 195 Mädchen befinden sich nun noch in der Gewalt der Islamisten. Sie werden vermutlich von verschiedenen Untergruppen festgehalten. Derzeit laufen Verhandlungen über die Freilassung von 83 der Mädchen.

Die Massenentführung von Chibok hatte international eine Welle der Solidarität mit den Mädchen ausgelöst, im Kurzbotschaftendienst Twitter verbreitete sich der Hashtag #Bringbackourgirls. In Nigeria warfen viele Menschen der damaligen Regierung Untätigkeit im Kampf gegen Boko Haram vor. Im Mai 2015 gewann Muhammadu Buhari, der im Wahlkampf die Befreiung der Mädchen versprach, die Präsidentschaftswahl und verstärkte den Kampf gegen Boko Haram.

Wie das nigerianische Militär weiter mitteilte, vereitelte die Armee im Nordosten des Landes einen Selbstmordanschlag. Militärsprecher Usman erklärte am Freitagabend, Soldaten hätten am Donnerstag eine Frau und einen Mann getötet, die sich auf einen Armeestützpunkt in Yamtake im Bundesstaat Borno in die Luft sprengen wollten. Insgesamt seien dort vier Angreifer getötet worden, zwei von ihnen hätten Sprengstoff bei sich getragen. Bei dem Einsatz sei auch ein Soldat getötet worden.

Boko Haram kämpft seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 20.000 Menschen wurden in dem Konflikt bisher getötet, 2,6 Millionen Menschen wurden durch die Gewalt in die Flucht getrieben.

Quelle: Apa/Ag.

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