Weltpolitik

No-Drama-Obama

Ich kann mich noch gut an den winterlichen Tag im März 2007 erinnern, als Barack Obama das Seniorenzentrum von Claremont besuchte. Während er sprach, wurde das Städtchen eingeschneit. Obama saß mit hundert Senioren und ein paar Reportern fest - Gelegenheit, den blutjungen Senator ungefiltert zu erleben. In meinem kurzen Gespräch lernte ich denselben Mann kennen, der später im Weißen Haus Geschichte schrieb. Eine charismatische Person, die mitreißt und hoffen lässt. Der Stress des Präsidentenamts ging auch an Obama nicht vorüber. Was bleibt, ist seine Präsenz, wenn er einen Raum betritt, sein Humor, sein Anstand, seine Unaufgeregtheit. Dass er die Gräben nicht überwinden konnte, sagt weniger über ihn aus als über die zynischen Politicos in Washington. Der schrille Wahlkampf lässt mich schon jetzt wünschen, No-Drama-Obama bliebe uns noch eine Weile erhalten.

Weiterlesen wenn Sie mehr wissen wollen

7 Tage lang kostenlos und unverbindlich.

Ihr 7-Tage-Test ist bereits abgelaufen. Lesen Sie jetzt weitere 30 Tage kostenlos.

Mehr Infos

Sie sind bereits Digitalabonnent?

Aufgerufen am 15.11.2018 um 08:15 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/no-drama-obama-907033