Weltpolitik

Nordirischer Politiker McGuinness ist schwer krank

Der vor kurzem zurückgetretene nordirische Vize-Regierungschef Martin McGuinness zieht sich wegen einer "sehr schweren Erkrankung" weitgehend aus der Politik zurück. Er stehe bei den Neuwahlen für das Regionalparlament nicht zur Verfügung, sagte der 66-Jährige von der katholisch-republikanischen Partei Sinn Fein am Donnerstag in Belfast. Dazu sei er körperlich nicht in der Lage.

Martin McGuinness verlässt die Politik.  SN/APA (AFP)/PAUL FAITH
Martin McGuinness verlässt die Politik.

Seine Partei hatte die Regierungskoalition mit der pro-britischen und protestantischen DUP (Democratic Unionist Party) kürzlich aufgekündigt. Für McGuinness nominierte Sinn Fein keinen Nachfolger. Die Nordiren müssen am 2. März ein neues Regionalparlament wählen.

Auslöser der Krise war der Streit über ein misslungenes Förderprogramm für erneuerbare Energien in Heizanlagen. Es soll den Steuerzahler Hunderte Millionen britische Pfund gekostet haben. Das alte Parlament soll am 25. Januar zum letzten Mal zusammenkommen.

Tausende Menschen hatten in einem Bürgerkrieg in Nordirland ihr Leben verloren. McGuinness gehörte einst dem Führungskreis der Untergrundorganisation IRA an und war Chefunterhändler seiner Partei bei den Friedensverhandlungen. Dem Karfreitagsabkommen von 1998 zufolge muss die nordirische Regierung aus einer Koalition von Katholiken und Protestanten gebildet werden. Eine andere Koalition als Sinn Fein und die DUP ist nicht in Sicht.

Quelle: Apa/Dpa

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