Weltpolitik

Nordkorea setzt laut Südkorea seine Waffentests fort

Die selbst erklärte Atommacht Nordkorea hat südkoreanischen Angaben zufolge seine Waffentests fortgesetzt und die internationale Gemeinschaft damit erneut gereizt. Laut Südkorea handelte es sich vermutlich um zwei Kurzstreckenraketen. Eine Rakete sei nach dem Start im westlichen Teil des Nachbarlandes etwa 420 Kilometer, die andere 270 Kilometer weit in östlicher Richtung geflogen.

Pjöngjang versucht den Druck auf die USA zu erhöhen SN/APA (AFP)/MANAN VATSYAYANA
Pjöngjang versucht den Druck auf die USA zu erhöhen

Die Raketen seien vor der Ostküste ins Meer gestürzt. Südkoreas Militär hatte zunächst von mindestens einem "Projektil" gesprochen. Den Angaben des südkoreanischen Militärs zufolge ging der Test von einem Gebiet um Sino-ri aus, das als Stützpunkt für Mittelstreckenraketen bekannt ist. UN-Resolutionen verbieten Nordkorea - das mehrfach Atombomben getestet hat - die Starts von ballistischen Raketen kurzer, mittlerer und langer Reichweite. Ballistische Raketen sind in aller Regel Boden-Boden-Raketen, die einen konventionellen, chemischen, biologischen oder atomaren Sprengkopf befördern können.

Erst am Samstag hatte Nordkorea nach eigenen Angaben im Beisein von Machthaber Kim Jong-un Mehrfach-Raketenwerfersysteme mit größerer Reichweite und taktische Lenkwaffen getestet. Experten vermuten, dass dabei ein ballistisches Raketensystem erprobt wurde. Südkoreas Regierung sprach zunächst offiziell von "Projektilen kurzer Reichweite". Seoul kritisierte die Tests und rief die kommunistische Führung in Pjöngjang auf, alles zu unterlassen, was neue Spannungen schüren könnte.

Der erneute Waffentest wurde von Beobachtern als weiterer Versuch Nordkoreas gesehen, im Atomstreit die USA stärker unter Druck zu setzen. Das zweite Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kim Jong-un war im Februar in Vietnam vorzeitig abgebrochen worden. Beide Seiten konnten sich in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Nordkoreas nicht einigen. Pjöngjang hatte eine Aufhebung eines Großteils der internationalen Sanktionen gefordert.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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