Weltpolitik

Nordkorea wies wegen Giftmord-Streits Botschafter aus

Nordkorea hat die diplomatische Krise mit Malaysia weiter verschärft und den Botschafter des Landes ausgewiesen. Hintergrund ist der Streit über den Giftmord am Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un. Nordkorea steht im Verdacht, den Anschlag auf Kim Jong-nam mit dem gefährlichen Nervengas VX auf dem Flughafen von Kuala Lumpur in Auftrag gegeben zu haben.

Diplomatischer Streit um den Mord an Kim Jong-nam.  SN/APA (AFP)/LILLIAN SUWANRUMPHA
Diplomatischer Streit um den Mord an Kim Jong-nam.

Malaysia verwies deshalb den nordkoreanischen Botschafter am Samstag des Landes. Im Gegenzug wies Pjöngjang am Montag den malaysischen Botschafter aus: Der Botschafter sei zur "Persona non grata" erklärte worden und müsse Nordkorea binnen 48 Stunden verlassen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur KCNA. 

Pjöngjangs bisheriger Vertreter in Kuala Lumpur, Kang Chol, kritisierte unterdessen vor seinem erzwungenen Rückflug in seine Heimat in scharfem Ton die malaysische Regierung und die Ermittlungen der Polizei zum Fall Kim Jong-nam. Er warf der Regierung vor, "extreme Maßnahmen" ergriffen und damit den bilateralen Beziehungen geschadet zu haben. Die Behörden hätten eine Autopsie der Leiche ohne "Zustimmung und Anwesenheit der nordkoreanischen Botschaft" vorgenommen. 

Der Botschafter hatte Malaysia wiederholt vorgeworfen, mit anderen Staaten gegen sein Land zu paktieren, womit er offensichtlich Südkorea meinte. Zudem soll sich auf dem Botschaftsgelände noch einer von sieben Nordkoreanern aufhalten, die wegen des Mordes gesucht werden. Zwei Frauen aus Vietnam und Indonesien, die das Attentat verübt haben sollen, sitzen in Malaysia bereits in Haft.

Kims älterer Halbbruder war am 13. Februar vergiftet worden, als er nach Macau fliegen wollte. Der 45-Jährige, der zuletzt meist außerhalb Nordkoreas gelebt hatte, war innerhalb von 20 Minuten tot.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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