Weltpolitik

Nordkoreas Machthaber entließ Minister für Staatssicherheit

Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un hat nach südkoreanischen Angaben im Jänner den Minister für Staatssicherheit nach Korruptionsvorwürfen entlassen. Kim Won-hong sei zudem nach Ermittlungen durch die in Nordkorea herrschende Arbeiterpartei für Machtmissbrauch und Folterungen durch das Ministerium verantwortlich gemacht worden, hieß es am Freitag aus dem Vereinigungsministerium in Seoul.

Kim Jong-un greift durch.  SN/APA (AFP)/STR
Kim Jong-un greift durch.

Der 72-jährige sei eigentlich ein enger Helfer Kim Jong-uns gewesen, um dessen "Schreckensherrschaft" umzusetzen, sagte ein Sprecher. Er spekulierte, dass die "Instabilität des Regimes" im weithin isolierten Nachbarland größer werden und die staatliche Kontrolle der Bevölkerung schwächer werden könne.

Aus Nordkorea gibt es für die Angaben über die Entlassung des Ministers bisher keine Bestätigung. Das Ministerium für Staatssicherheit ist auch für Spionageaktivitäten zuständig. 

Kim Jong-un hatte seit Beginn seiner Herrschaft Ende 2011 eine Reihe von politischen Säuberungen durchgeführt und bereits mehrere ranghohe Mitglieder der nordkoreanischen Führung entlassen. Die Regierung in Seoul wirft dem kommunistischen Regime in Pjöngjang daher eine "Terrorherrschaft" vor. Kim hat die Macht in dem weitgehend isolierten und verarmten Land nach dem Tod seines Vaters Kim Jong-il im Dezember 2011 übernommen.

US-Verteidigungsminister James Mattis hat unterdessen Nordkorea mit deutlichen Worten vor einem Einsatz von Atomwaffen gewarnt. Ein nordkoreanischer Atomwaffenangriff würde eine "wirksame und überwältigende" Antwort nach sich ziehen, sagte Mattis am Freitag in Seoul während seines Besuchs ins Südkorea. "Jede Attacke gegen die USA und unsere Verbündeten wird zurückgeschlagen", sagte Mattis vor einem Treffen mit seinem südkoreanischen Kollegen Han Min-koo.

Mattis besucht die Region zu einer Zeit der Unsicherheit über die Ausrichtung der US-Politik unter Trump. Im Wahlkampf hatte der neue US-Präsident damit gedroht, US-Truppen aus Südkorea und Japan abzuziehen, wenn die beiden Länder ihre finanzielle Unterstützung nicht aufstocken. Die USA sind in Südkorea mit 28.500 Truppen und in Japan mit 47.000 Soldaten präsent.

Quelle: Apa/Dpa/Ag.

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