Weltpolitik

Norweger nach Geiselhaft auf den Philippinen freigelassen

Ein Jahr nach seiner Entführung durch die Islamistengruppe Abu Sayyaf ist ein Norweger auf den Philippinen wieder freigelassen worden.

Dem Hotelmanager Kjartan Sekkingstad gehe es gut, sagte am Samstag ein Berater von Präsident Rodrigo Duterte. Der Staatschef wolle selbst nach Davao im Süden des Landes fliegen, um Sekkingstad in der Freiheit zu begrüßen.

Der Norweger war im September vergangenen Jahres mit zwei Kanadiern und einer Philippinerin von einer Jacht nahe der Küstenstadt Davao auf der Insel Mindanao verschleppt worden. In Videobotschaften forderten die Geiselnehmer hohe Lösegelder und drohten damit, ihre Opfer zu töten. Die beiden Kanadier wurden im April und Juni von Abu Sayyaf enthauptet, nachdem von den Entführern gestellte Fristen für die Zahlung von Lösegeld verstrichen waren. Die Philippinerin wurde im Juni freigelassen, nun folgte Sekkingstad.

Allerdings war der Norweger zunächst nicht in der Obhut der Behörden. Vielmehr übergaben die Geiselnehmer ihn an eine muslimische Rebellengruppe, die derzeit in Friedensverhandlungen mit der Regierung steht und nach Angaben des Präsidentenberaters an der Freilassung des Norwegers mitwirkte. Sekkingstad solle über Nacht bei den Rebellen bleiben und am Sonntag nach Davao geflogen werden.

Ob Lösegeld gezahlt wurde, wurde nicht mitgeteilt. Allerdings sind Entführungen eine der Haupteinnahmequellen für Abu Sayyaf, die Islamisten lassen in der Regel ihre Geiseln nur gegen Lösegeld frei. Im Oktober 2014 ließ Abu Sayyaf zwei Deutsche nach einem halben Jahr in Geiselhaft frei. Die Islamisten erklärten, sie hätten mehr als fünf Millionen Dollar Lösegeld für das Paar erhalten. Dies wurde offiziell nicht bestätigt.

Quelle: Apa/Ag.

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