Weltpolitik

OAS sieht "gezielte Manipulation" bei Wahl in Bolivien

Die Präsidentenwahl in Bolivien ist laut einem Expertenbericht der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) gezielt manipuliert worden. "Im Vergleich zum Ausmaß der Manipulationen und zu den entdeckten Änderungen" sei der Vorsprung, den Präsident Evo Morales sich in der ersten Runde eingeräumt habe, minimal, erklärten die Experten der OAS in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Abschlussbericht.

"Erdrückende Beweise" für Manipulationen zugunsten Morales' SN/APA (Archiv/AFP)/CLAUDIO CRUZ
"Erdrückende Beweise" für Manipulationen zugunsten Morales'

Es seien "erdrückende Beweise" für eine ganze Reihe von Manipulationen gesammelt worden, mit denen "der an den Wahlurnen geäußerte Wille verfälscht werden sollte". Der fast 100-seitige Bericht beschreibt mehrere Verstöße, darunter die Verwendung eines geheimen Computerservers, der das Wahlergebnis zugunsten Morales verfälschte. Ein vorläufiger Bericht der OAS war zuvor zu dem Ergebnis gekommen, dass bei der Stimmenauszählung zum Urnengang am 20. Oktober Unregelmäßigkeiten festgestellt wurden.

Der damalige Amtsinhaber hatte die Abstimmung offiziell gewonnen, trat dann nach massiven Protesten aufgrund des Vorwurfs der Wahlfälschung zurück und setzte sich nach Mexiko ins Exil ab. Seitdem gab es immer wieder gewaltsame Proteste von Anhängern des bisherigen Staatschefs, der der erste indigene Präsident Boliviens war. Dutzende Menschen kamen ums Leben.

Quelle: Apa/Ag.

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