Weltpolitik

Obama eröffnete Museum für afroamerikanische Geschichte

US-Präsident Barack Obama hat seine Landsleute beschworen, sich als eine Nation zu verstehen und das Land gemeinsam zu verbessern. "Wir alle sind Amerikaner. Auch ich bin Amerikaner", sagte der erste schwarze Präsident der USA am Samstag bei der Eröffnung eines Museums für afroamerikanische Geschichte und Kultur in Washington.

Obama eröffnete Museum für afroamerikanische Geschichte SN/APA (AFP)/ZACH GIBSON
Die Präsidentenpaare Bush und Obama bei der Museumseröffnung.

Obama betonte, dass die Einrichtung nicht nur die Geschichte der Schwarzen schildere - es sei die Geschichte aller Amerikaner, ihrer Sünden, ihrer Triumphe. "Es erzählt eine Geschichte darüber, wer wir sind", sagte der scheidende Staatschef.

Er hoffe, dass das Museum helfe, "dass wir miteinander sprechen, wichtiger noch, dass wir einander zuhören und einander sehen", so Obama weiter. Er äußerte sich dabei auch vor dem Hintergrund neuer Proteste nach tödlichen Polizeischüssen auf zwei Schwarze in Tulsa und Charlotte.

Das Museumsgebäude wurde für umgerechnet 480 Millionen Euro nach Plänen des ghanesisch-britischen Architekten David Ajaye errichtet. Die Entscheidung dafür fiel im Jahr 2003 in der Amtszeit von Präsident George W. Bush, der ebenfalls bei der Eröffnung anwesend war. Leitidee des Museums ist es, neben der oft leidvollen Geschichte der Afroamerikaner einschließlich der Sklaverei und Rassentrennung auch ihr reiches Erbe zu präsentieren.

Das Erdgeschoß des Gebäudes, das mit einer filigranen Bronzefassade umhüllt ist und in unmittelbarer Nachbarschaft des Weißen Hauses liegt, zeichnet die geschichtliche Entwicklung in Richtung Gleichberechtigung nach. Das obere Geschoß präsentiert die Bereiche Sport, Musik, Unterhaltung und Ernährung. Insgesamt werden in dem Gebäude 34.000 geschichtsträchtige Objekte präsentiert. An der Eröffnungszeremonie nahmen neben tausenden Schaulustigen auch Stars wie Oprah Winfrey und Stevie Wonder teil.

Das Museum ist das erste nationale Museum, das die Unterdrückung und Ausbeutung der schwarzen Bevölkerung dokumentiert sowie ihren Beitrag zur Kultur und Gesellschaft des Landes würdigt. "Afroamerikanische Geschichte ist nicht getrennt von unserer größeren amerikanischen Erzählung. Es ist nicht die Unterseite", sagte Obama. "Sie ist ein zentraler Teil der amerikanischen Geschichte."

"Eine scharfsichtige Betrachtung unserer Geschichte kann für uns unbequem sein", so der US-Präsident weiter. "Sie wird unsere gewohnten Erzählungen erschüttern." Doch genau dieses Unbehagen erlaube es, zu lernen und zu wachsen als Nation.

Quelle: Apa/Dpa

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