Weltpolitik

Österreich übergab die MIG 21 von Rudolf Peresin an Kroatien

Nach fast 28 Jahren ist am Dienstag die MIG 21, mit der im Oktober 1991 der kroatische Pilot Rudolf Peresin in Klagenfurt gelandet war und damit aus der jugoslawischen Volksarmee desertierte, nach Kroatien zurückgekehrt. Die Maschine sei zerlegt mit Lastwagen aus dem Militärluftfahrtmuseum in Zeltweg nach Zagreb in die Luftwaffenbasis Pleso transportiert worden, berichteten kroatische Medien.

"Wir sind alle stolz, dass dieses Flugzeug, ein Symbol des Heldentums im Heimatkrieg, nach Kroatien zurückgekehrt ist", sagte der stellvertretende Generalstabschef der kroatischen Streitkräfte, Generaloberst Drago Matanovic, in Zagreb vor dem eingetroffenen Jet. Die Rückgabe zeige auf die "außerordentlich gute" Zusammenarbeit zwischen Kroatien und Österreich.

Das zurückgekehrte Kampfflugzeug wird am Sonntag feierlich vor dem Verteidigungsministerium ausgestellt, wo es bis Ende Mai stehen soll. Bis Kroatien ein Militärhistorisches Museum bekommt, soll der Jet in der Zagreber Luftwaffenbasis aufgehoben werden.

Kroatien bemühte sich viele Jahre um die Rückgabe des Kampfflugzeuges wegen seiner großen symbolischen Bedeutung. Die Gespräche haben sich laut "Vecernji list" in den letzten zweieinhalb Jahren intensiviert, auch die aktuellen Verteidigungsminister beider Länder hätten das Thema einige Male besprochen. Bisher kam es aus völkerrechtlichen Gründen nicht zu der Rückerstattung der Maschine, Österreich beharrte laut kroatischen Medien darauf, dass dies eine Frage der Sukzession zwischen den Nachfolgestaaten Jugoslawiens ist. Die Medien berichten unterdessen nicht, ob Österreich auch die Ausrüstung des Piloten an Kroatien übergeben hat.

Der Kampfjet von Rudolf Peresin kam fünf Tage nach seinem 24. Todestag nach Kroatien zurück. Der Pilot, der sich nach der Rückkehr aus Klagenfurt den kroatischen Streitkräften angeschlossen hat, wurde während des Kroatienkrieges am 2. Mai 1995 in der Nähe der kroatisch-bosnischen Grenze abgeschossen. Serbien übergab Peresins sterbliche Überreste erst im Jahr 1997 an Kroatien.

In Kroatien wird Peresin als Volksheld gefeiert. Er war der erste kroatische Pilot, der samt Kampfflugzeug aus der jugoslawischen Volksarmee desertierte, nach ihm folgten damals noch drei Piloten, deren Flugzeuge wichtiger Teil der neue kroatische Luftstreitkräfte wurden.

Peresin war am 25. Oktober 1991 in Klagenfurt gelandet. "Ich bin Kroate, ich kann und ich werde nicht auf Kroaten schießen", sagte der damals 33-jährige Pilot nach seiner Landung laut Medien. An diesem Tag hatte Peresin, der in bosnischen Bihac stationiert war, die Aufgabe, den Rückzug der jugoslawischen Volksarmee aus Slowenien im Zuge des Zehn-Tage-Krieges zu überwachen. In einem Tiefflug kam er mit seiner MIG über die Karawanken angeflogen und überraschte Berichten zufolge die österreichische Luftraumüberwachung. Vier Tage später war er wieder zurück in Kroatien, der Jet blieb trotz Protesten des damaligen Jugoslawien in Österreich.

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