Weltpolitik

Österreichisches Hospiz in Jerusalem erwartet Pilgerrekord

Der Rektor des Österreichischen Hospiz in Jerusalem, Markus Bugnyar, erwartet heuer zu Weihnachten so viele Pilger "wie noch nie" im Heiligen Land. Bereits im ersten Halbjahr habe sich ein neuer Rekord abgezeichnet, sagte der Hospizrektor in einem Gespräch mit Kathpress am Freitag. Grund dafür sei die momentan ruhige Lage.

In den letzten Jahren hätten der Krieg im Gazastreifen 2014 und die Attentate in Jerusalem und anderen Orten zu einem Einbruch bei den Pilger-Zahlen geführt. "Jetzt aber hat sich die Lage deutlich beruhigt und die Besucher kehren wieder." Das Hospiz sei für die Weihnachtszeit bereits seit Monaten ausgebucht. Kommen werden laut dem Rektor Menschen aus beinahe allen Kontinenten.

Für palästinensische Christen werde es auch heuer wieder Sondergenehmigungen für den Grenzübertritt in Bethlehem geben. "Traditionell nützen das viele Menschen, um Verwandte und Freunde in Jerusalem zu besuchen, oder einfach nur dazu, um wieder einmal in der Stadt zu sein", erläuterte der Hospizrektor.

Im Zentrum der Weihnachts-Feierlichkeiten im Heiligen Land steht die Geburtskirche in Bethlehem. Dort feiert am 24. Dezember um Mitternacht Erzbischof Pierbattista Pizzaballa, Apostolischer Administrator des Lateinischen Patriarchats von Jerusalem, einen Gottesdienst. Im Anschluss führt eine Prozession in die Geburtsgrotte Jesu. Die dafür notwendigen Tickets sind bereits ausverkauft, heißt es auf der von der Franziskaner-Kustodie vom Heiligen Land betriebenen Website des "Christian Information Centers". Tags darauf steht eine Messe in der Katharinenkirche gleich neben der Geburtskirche auf dem Programm.

Die Feierlichkeiten in Jerusalem konzentrieren sich vor allem auf die Hauptkirchen in der Stadt. Christmetten und Gottesdienste in deutscher Sprache finden am 24. und 25. Dezember in der Kirche des Österreichischen Hospizes und in der Dormitio-Abtei statt, einer deutschsprachigen Benediktinerabtei auf dem Berg Zion.

Dass US-Präsident Donald Trump Jerusalem 2018 als Hauptstadt Israels anerkannt hat, sieht der Hospiz-Rektor positiv. Trump habe damit Horizonte geöffnet, "die beides können: Gewalt säen und Hoffnung geben. Die Chancen stehen meiner Wahrnehmung nach aber eher für Hoffnung auf Frieden", so Bugnyar.

Die ruhige Lage und die steigenden Pilgerzahlen würden sich auch positiv auf die wirtschaftliche Stabilität und die Lebensperspektiven der Menschen auswirken. Am Beispiel des Hospizes verdeutlichte der Rektor den positiven Trend: Mit Ostern 2019 gehe etwa die neu errichtete "Casa Austria" in Betrieb, die über weitere zwölf Wohneinheiten verfügen wird. Der Ausbau bringe zusätzliche Arbeitsplätze und sichere den neuen Angestellten damit ein geregeltes Einkommen.

Die Gesamtkosten des Bauvorhabens von rund 3,4 Millionen Euro werden aus Spenden, Eigenmitteln, aus Mitteln der katholischen Kirche, der Bundesländer und durch eine Förderung der österreichischen Bundesregierung getragen. Zwölf Wohneinheiten kommen durch die "Casa Austria" an der nördlichen Front des Grundstückes zusätzlich zu den 32 bestehenden Gästezimmern hinzu.

Das "Österreichische Pilgerhospiz zur Heiligen Familie in Jerusalem" - so seit 1. Juli 2018 die volle Bezeichnung der Einrichtung - ist das Pilgerhaus der katholischen Kirche Österreichs in der Jerusalemer Altstadt. Es ist zugleich das älteste nationale Pilgerhaus im Heiligen Land und wird jährlich von rund 80.000 Österreichern und Gläubigen aus aller Welt besucht. Das Hospiz hat 26 Angestellte, führt die Pfarre "Zur Heiligen Familie" in Gaza-Stadt und ist seit den 1990er Jahren auch Einsatzort für österreichische Friedensdiener.

Quelle: APA

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