Weltpolitik

Oettinger entschuldigt sich für umstrittene Aussagen

EU-Kommissar Günther Oettinger hat sich rund eine Woche nach seinen viel kritisierten Aussagen über "Schlitzaugen" dafür entschuldigt. "Ich hatte Zeit, über meine Rede nachzudenken, und sehe jetzt, dass die von mir verwendeten Worte negative Gefühle hervorriefen und vielleicht einige Menschen verletzten", erklärte der deutsche EU-Politiker am Donnerstag.

Oettinger entschuldigt sich für umstrittene Aussagen SN/APA (Archiv/dpa)/Sophia Kembowsk
Oettinger hat über seine Rede nachgedacht.

"Dies sei nicht seine Absicht gewesen, und er wolle sich für Äußerungen entschuldigen, die es an Respekt hätten fehlen lassen", hieß es weiter. Seine Rede in Hamburg, bei der er "frei von der Leber gesprochen" hatte, sollte ein "Weckruf" sowohl für Deutschland als auch Europa sein, verteidigte Oettinger seine Worte.

In Richtung China erklärte der EU-Kommissar, er "habe großen Respekt vor der Dynamik der chinesischen Wirtschaft". Erst am Vortag kritisierte Peking Oettinger öffentlich wegen seiner Rede, in der er angesichts der wirtschaftlichen Konkurrenz aus Fernost von Chinesen als "Schlitzohren und Schlitzaugen" gesprochen hatte, scharf.

Auch innerhalb Europas hatte Oettinger vergangene Woche ausgeteilt. Angesichts der ursprünglichen Ablehnung des Handelsabkommens EU-Kanada (CETA) durch die Wallonie die belgische Region als von Kommunisten geführt bezeichnet, die ganz Europa blockierten. "Ich bedauere, dass einige Aussagen zur Wallonie falsch zitiert wurden", erklärte der EU-Kommissar am Donnerstag. Das CETA-Beispiel habe aber gezeigt, dass "die Glaubwürdigkeit Europas als ein zuverlässiger Partner im internationalen Handel schnell verloren gehen kann, wenn wir nicht besser aufpassen".

In den vergangenen Tagen wurde der in der Kommission noch für Digitalwirtschaft zuständige Kommissar aufgefordert, sich für seine Aussagen zu entschuldigen - bisher ergebnislos. Gegenüber der Tageszeitung "Welt" hatte der 63-Jährige lediglich erklärt, seine Worte über "Schlitzaugen" seien eine "saloppe Äußerung" gewesen. Er habe nur auf die wachsende Konkurrenz durch Länder wie China oder Südkorea hinweisen wollen. Oettinger soll künftig die Ressorts für Haushalt und Personal übernehmen. Auch für den Posten eines Vize-Kommissars ist er im Gespräch.

Quelle: APA

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