Weltpolitik

Opferzahl nach Anschlägen in Afghanistan weiter gestiegen

Nach dem schweren Doppel-Bombenanschlag vor dem afghanischen Parlament in Kabul ist die Opferzahl über Nacht angewachsen. Bisher seien 37 Tote und rund 100 Verletzte gezählt worden, teilte das Gesundheitsministeriums am Mittwoch mit. Außerdem seien die beiden Attentäter ums Leben gekommen. Zehn Verletzte befinden sich in kritischer Verfassung. Die meisten Opfer des Anschlags waren Zivilisten.

Doppelanschlag kostete Dutzende Menschenleben.  SN/APA (AFP)/NOOR MOHAMMAD
Doppelanschlag kostete Dutzende Menschenleben.

Nach Polizeiangaben hatte sich während des Feierabendverkehrs gegen 17.00 Uhr zuerst ein Selbstmordattentäter zu Fuß am Tor des Parlaments in die Luft gesprengt. Die Wucht der Explosion traf vor allem einen Bus mit Angestellten des Parlamentssekretariats, der gerade hinausfuhr. Als Sicherheitskräfte kamen, wurde eine Autobombe gezündet. Das Parlament liegt an einer belebten Straße wo auch Hunderte Studenten der Amerikanischen Universität vorbeikommen.

Der Anschlag in Kabul war nur eines von drei schweren Attentaten im Land am Dienstag. Am tödlichsten Tag seit Monaten wurden nach bisherigen Erkenntnissen insgesamt mindestens 58 Menschen getötet und mindestens 116 verletzt.

Zu zwei Angriffen bekannten sich die radikalislamischen Taliban - zu dem Kabuler Parlamentsanschlag sowie zu einem morgendlichen Anschlag in Lashkargar, der sich laut Taliban gegen ein Treffen von Militär und Geheimdienst gerichtet haben soll. Dort waren sieben Menschen getötet und drei oder sechs weitere verletzt worden.

Bei dem dritten schweren Anschlag des Tages auf das Haus des Gouverneurs der Provinz Kandahar starben mindestens elf Menschen. Unter den Todesopfern waren auch fünf Mitglieder einer Diplomaten-Delegation aus den Vereinigten Arabischen Emiraten (UAE).

Zum Zeitpunkt des Anschlags war laut afghanischen und emiratischen Behörden der Botschafter der UAE, Juma al-Kaabi, zu Gast im Haus von Gouverneur Humajun Asisi. Er war für Entwicklungshilfsprojekte in Kandahar. Die Männer saßen am Abend in einer großen Runde zusammen, als unter den Sofas Sprengsätze explodierten. Der Botschafter und der Gouverneur wurden verletzt.

Die Taliban wiesen eine Beteiligung an diesem Anschlag zurück. Am Mittwoch twitterte ein Sprecher, er sei auf "interne Auseinandersetzungen" zurückzuführen. Die Taliban haben in Katar ein Büro und sollen aus der Golfregion großzügige Spenden erhalten.

Der Leiter des Provinzrats, Hajji Jan Khakreswal, sagte am Mittwoch, unter den Toten seien außerdem ein afghanischer Senator, ein Parlamentarier, ein junger sonst in den USA stationierter Diplomat sowie der Vize-Gouverneur der Provinz, Abdul Ali Shamsi.

Quelle: Apa/Dpa

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