Weltpolitik

Pakistan setzt wieder Militärgerichte ein

Nach einer Serie blutiger Anschläge will die pakistanische Regierung die umstrittenen Militärgerichtshöfe wieder einsetzen. Die Gerichte sollen zwei Jahre lang arbeiten dürfen und dabei helfen, Terroristen und Extremisten schneller zu verurteilen.

Militärische Offensive gegen pakistanische Taliban.  SN/APA (AFP/Archiv)/RIZWAN TABASSUM
Militärische Offensive gegen pakistanische Taliban.

Pakistan hatte schon nach einem grausamen Anschlag von pakistanischen Taliban auf eine Schule im Dezember 2014 Militärgerichtshöfe eingesetzt. Die Vereinbarung war im Jänner abgelaufen. Elf Militärgerichtshöfe hatten in zwei Jahren 161 Extremisten zum Tod und mindestens 113 zu Gefängnisstrafen verurteilt.

Menschenrechtsaktivisten kritisieren, dass die Gerichte ihr Ziel - die Auslöschung der Terroristen - nicht erreicht hätten. Gleichzeitig habe das Militär, das Pakistan jahrzehntelang regiert hatte, erneut die Regierung unterminieren und Freiheiten beschränken können. Im Jänner gab es kaum Interesse daran, die Gerichte weiterzuführen. Dann aber schlugen im Februar Extremisten mit einer ganzen Serie von Anschlägen zu und töteten oder verletzten rund 130 Menschen.

Nach massiven Militäroperationen gegen einige radikale Gruppen war die Zahl der Anschläge ab 2016 stark zurückgegangen. Experten warnen, dass sich die vormals geschwächten Gruppen nun zusammenschließen.

Quelle: Apa/Dpa

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