Weltpolitik

Panzer: Warum ein Marder ohne Leopard wie ein Nagel ohne Hammer ist

Die Ukraine hat von den westlichen Partnern bisher rund 1400 Panzer bekommen. Nun hat sich nach langem Zögern auch Deutschland bereit erklärt, Kampfpanzer wie den Leopard 2 zu liefern. Welche Panzer wie eingesetzt werden.

Die Ukraine forderte schon lange, dass Deutschland den Kampfpanzer Leopard 2 liefert.  SN/www.imago-images.de
Die Ukraine forderte schon lange, dass Deutschland den Kampfpanzer Leopard 2 liefert.

Die Ukraine benötigt dringend weitere Panzer, um die russischen Streitkräfte entlang der Frontlinie nicht zur Ruhe kommen zu lassen. Zur umstrittenen Debatte über die Lieferung von Kampfpanzern aus Nato-Staaten sagt Militärexperte Markus Reisner: "Schützenpanzer ohne Kampfpanzer sind wie Nägel ohne Hammer." Das heißt, dass die unterschiedlichen Waffensysteme nur im Verbund wirklich schlagkräftig sind. Dazu zählen neben den Kampf- und Schützenpanzern auch Aufklärungs- oder Flugabwehrpanzer, wie sie jetzt weiter an die Ukraine geliefert werden. Besonders im Fokus stand dabei zuletzt der deutsche Kampfpanzer Leopard 2, zugesagt waren bereits 40 Marder aus bundesdeutschen Beständen.

Flugabwehrkanonenpanzer Gepard SN/imago stock&people
Flugabwehrkanonenpanzer Gepard

Kampfpanzer "Leopard 2"

Kampfpanzer sind auf dem Schlachtfeld die am besten gepanzerten Fahrzeuge mit hoher Feuerkraft. Die Kanone des deutschen Leopard 2 hat eine Reichweite von 5000 Metern, der Panzer ist auch mit Maschinengewehr und Granatwerfer ausgestattet. Angebaute passive Panzerungsmodule bieten Rundumschutz vor Panzerabwehrraketen oder Minen. Rauchgranatenwerfer auf beiden Seiten des Turms verbergen den Panzer vor feindlicher Beobachtung. Der Leopard 2 kann auch mit einem Minenpflug, einer Minenwalze oder einem Planierschild zum Räumen von Minen und Hindernissen ausgestattet werden.

Schützenpanzer "Marder"

Schützenpanzer wie der deutsche Marder kommen im Verbund mit Kampfpanzern zum Einsatz und bieten einen ähnlichen Schutz. Ihre Hauptaufgabe ist der Transport von Infanteristen ins Kampfgebiet. Sie bekämpfen aber auch feindliche Fahrzeuge und schützen die eigenen Kampfpanzer. Meist haben sie nur eine "leichte" Kanone, werden aber immer öfter auch mit panzerbrechenden Lenkflugwaffen bestückt. Neben dem Marder gibt es in der deutschen Bundeswehr auch den Puma.

Schützenpanzer Marder SN/emeraldphoto - stock.adobe.com
Schützenpanzer Marder

Flugabwehrkanonenpanzer "Gepard"

Der Gepard ist ein Flugabwehrkanonenpanzer. Bereits in den Siebzigerjahren entwickelt und produziert, bildete er für lange Zeit einen Eckpfeiler der Flugabwehr des Heeres der Bundeswehr, des niederländischen und des belgischen Heeres. Bisher sind rund 30 Geparden in der Ukraine im Einsatz, weitere sollen geliefert werden. Die aktuelle Version des Geparden ist allen Ansprüchen des 21. Jahrhunderts zur Abwehr moderner Kampfflugzeuge, Kampfhubschrauber, ferngelenkter Flugkörper und Raketen gewachsen. Auch Drohnen werden zuverlässig bekämpft.

Flugabwehrkanonenpanzer Gepard SN/imago stock&people
Flugabwehrkanonenpanzer Gepard

Warum deutsche Panzer nach Tieren benannt sind

Die Tiernamen deutscher Panzer haben ihre Wurzeln in der Nazizeit. Mit der anlaufenden Waffenproduktion nach dem Krieg behielt man das bei. Eigenschaften der Tiere charakterisieren Funktionen der Panzer.

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