Weltpolitik

Papst besprach mit Maduro Krise in Venezuela

Papst Franziskus hat am Montagabend den venezolanischen Staatspräsidenten Nicolas Maduro Moros zu einer privaten Audienz empfangen. Anlass war laut Kathpress die "besorgniserregende politische, soziale und wirtschaftliche Krise, die das Land gerade durchlebt und die den Alltag des gesamten Volkes schwer belastet", teilte das vatikanische Presseamt mit.

Papst besprach mit Maduro Krise in Venezuela SN/APA (AFP)/VINCENZO PINTO
Der Heilige Vater forderte einen konstruktiven Dialog.

Nach venezolanischen Medienberichten ging es bei dem etwa 20-minütigen Gespräch um Kampf gegen die Armut, die organisierte Kriminalität und den Drogenhandel. Papst Franziskus forderte laut Vatikan, "mit Mut den Weg eines ernsthaften und konstruktiven Dialogs" im Land wieder einzuschlagen. Das Wohl aller Venezolaner liege ihm sehr am Herzen. Es müsse ein neues Klima der sozialen Zusammengehörigkeit geschaffen werden, dass das Leid der Bevölkerung lindere und es ihr ermögliche, mit Hoffnung in die Zukunft zu schauen.

Maduro habe dem Papst als Gastgeschenk unter anderem ein Exemplar der Verfassung, Porträts des lateinamerikanischen Freiheitskämpfers Simon Bolivar sowie des verstorbenen Revolutionsführers Hugo Chavez übergeben, berichteten venezolanische Medien.

Zuvor waren Vertreter der venezolanischen Opposition am Montag (Ortszeit) in Caracas mit dem Schweizer Erzbischof Emil Paul Tscherrig und dem Päpstlichen Nuntius, Erzbischof Aldo Giordano (Italien), zusammengetroffen. Wie die TV-Sender "Globovision" auf seiner Internetseite berichtete, habe Tscherrig am Montagmittag (Ortszeit) im Rahmen einer Pressekonferenz angekündigt, dass es am kommenden Sonntag auf der Insel Margarita zu einer ersten Gesprächsrunde zwischen Regierung und Opposition kommen werde.

Venezuela wird seit mehr als zwei Jahren von einer Versorgungskrise und schweren politischen Spannungen erschüttert. Menschenrechtsorganisationen und die katholische Kirche kritisieren eine politische Verfolgung von Oppositionellen.

Laut Oppositionsangaben gibt es derzeit mehr als 100 politische Gefangene, darunter der wegen "Rebellion" zu 14 Jahren Haft verurteilte Oppositionsführer Leopoldo Lopez. Aktueller Streitpunkt ist ein Abwahlreferendum, mit dem die Opposition Neuwahlen erzwingen will, das aber von der staatlichen Wahlbehörde gestoppt wurde.

Quelle: APA

Aufgerufen am 23.09.2018 um 09:04 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/papst-besprach-mit-maduro-krise-in-venezuela-943168

Schlagzeilen