Weltpolitik

Papst: Bischöfe sollen keine Fürsten sein

Papst Franziskus hat erneut Standesdenken bei Bischöfen und Priestern verurteilt. "Jesus war kein Fürst", sagte er laut Kathpress bei der Generalaudienz am Mittwoch auf dem Petersplatz. Es sei "schlimm für die Kirche, wenn Hirten Fürsten werden, fern von den Menschen, fern von den Ärmsten: das ist nicht der Geist Jesu", sagte Franziskus.

Papst: Bischöfe sollen keine Fürsten sein SN/APA (AFP)/TIZIANA FABI
Papst Franziskus:"Jesus war kein Fürst".

In Jesus habe Gott die Armut der Menschen auf sich genommen, so der Papst. Jesus wende sich an diejenigen, die unter Schwierigkeiten litten oder vom Leben enttäuscht seien, die nicht auf eigene Mittel oder einflussreiche Freunde zählen könnten. Mit der Mahnung, sein Joch auf sich zu nehmen, wende sich Jesus an Menschen, die den Willen Gottes durch seine Person entdecken wollten, "nicht durch kalte Gesetze und Vorschriften", sagte Franziskus. Dabei lade Jesus keine Lasten auf, die er nicht auch selbst trage.

"Der Herr ist ein Lehrer, der sich selbst demütig und klein gemacht hat", so der Papst weiter. Weil er als Erster das Joch der Leiden und Sünden der Menschheit auf sich genommen habe, sei sein Joch für seine Nachfolger leicht. "Jesus enttäuscht unsere Hoffnung nicht. Wir müssen jedoch lernen, von seiner Barmherzigkeit zu leben, um selber zu einem Werkzeug der Barmherzigkeit zu werden", sagte Franziskus.

Papst Franziskus beteiligt sich am diesjährigen "Weltgebetstag für den Frieden" am kommenden Dienstag (20. September) in Assisi. Die von Papst Johannes Paul II. gestartete Initiative feiert heuer ihr 30. Jubiläum.

Der diesjährige Weltgebetstag, für dessen Gestaltung wieder die katholische Laiengemeinschaft Sant'Egidio in Zusammenarbeit mit dem Franziskaner-Orden und der Diözese Assisi verantwortlich ist, steht unter dem Motto "Durst nach Frieden. Religionen und Kulturen im Dialog", wie die Organisatoren mitteilten. Am Treffen nehmen auch sechs Friedensnobelpreisträger teil: Mairead Maguire, Lech Walesa, Jody Williams, Tawakkul Karman, Hassine Abassi und Amer Meherzi.

Papst Franziskus wird im Franziskaner-Konvent in Assisi den Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I., Anglikaner-Primas Justin Welby, den syrisch-orthodoxen Patriarchen Mar Ignatius Aphrem II. sowie höchste Repräsentanten des Islam, des Judentums und des Buddhismus treffen. Die verschiedenen Religionsgemeinschaften veranstalten an verschiedenen Orten in Assisi das Friedensgebet.

Die internationalen Friedenstreffen werden von Sant'Egidio jedes Jahr in einer anderen Stadt ausgerichtet. Vorbild ist das Weltgebetstreffen der Religionen für den Frieden, zu dem Johannes Paul II. (1978-2005) im Oktober 1986 nach Assisi eingeladen hatte.

Quelle: APA

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