Weltpolitik

Papst empfing 500 Roma - Rechtsextreme Proteste in Rom

Papst Franziskus hat am Donnerstagvormittag 500 Roma und Sinti getroffen. An dem Gebetstreffen in der Sala Regia im Apostolischen Palast beteiligte sich auch der Präsident der italienischen Bischofskonferenz, Gualtiero Bassetti. Das Treffen fand statt, kurz nachdem es in Rom wiederholt zu Protesten gegen die Vergabe von Sozialwohnungen an Roma-Familien gekommen ist.

Das Treffen mit dem Papst fand nach rechtsextremen Protesten statt SN/APA (AFP/Archiv)/FILIPPO MONTEFO
Das Treffen mit dem Papst fand nach rechtsextremen Protesten statt

Den zweiten Tag in Folge protestierte am Mittwoch eine Gruppe von Anrainern im römischen Außenbezirk Casal Bruciato gegen den Beschluss der Gemeinde Rom, einer 14-köpfigen Roma-Familie eine Sozialwohnung zu geben. Die rechtsextreme Partei CasaPound hatte ihre Anhänger dazu aufgerufen, vor dem Gebäude zu demonstrieren, in dem die Roma-Familie untergebracht ist.

Die römische Bürgermeisterin Virginia Raggi, die am Mittwoch die Familie besuchte, um ihre Solidarität nach den rechtsextremen Protesten auszudrücken, wurde von mehreren Personen beschimpft. Raggi bekräftigte das Recht der Familie, die Wohnung zu beziehen. Sie gebe dem rassistischen Hass nicht nach, der von rechtsextremen Kräften geschürt werde, so Raggi. Auch andere prominente Politiker besuchten die Roma-Familie, um ihre Solidarität zu bekunden.

Schon in den vergangenen Wochen war es in Casal Bruciato sowie in Roms Außenbezirk Torre Maura zu Protesten gegen Roma-Familien gekommen, denen die Gemeinde Sozialwohnungen vermittelt hatte. Linksparteien hatten mit einer Gegendemo reagiert und gegen Rassismus protestiert.

Raggi bemüht sich um den Abbau illegaler Roma-Siedlungen in Stadt. Bedürftigen Familien werden Sozialwohnungen zur Verfügung gestellt. In der italienischen Hauptstadt war im vergangenen Juli ein Camp mit mehreren Hundert Angehörigen der Minderheit der Roma geräumt worden. Laut NGOs leben zwischen 120.000 und 180.000 Roma in Italien. Immer wieder kommt es zu gewalttätigen Übergriffen gegen Angehörige der Minderheit.

Quelle: APA

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