Weltpolitik

Papst rief Bischof aus Nicaragua nach Rom

Papst Franziskus hat den regierungskritischen nicaraguanischen Weihbischof Silvio Báez zu sich nach Rom gerufen. "Der Heilige Vater hat darum gebeten, dass er für eine Zeit nach Rom kommt", sagte der Vorsitzende der nicaraguanischen Bischofskonferenz, Kardinal Leopoldo Brenes, am Mittwoch.

Silvio Baez wurde des öfteren bedroht SN/APA (AFP)/DIANA ULLOA
Silvio Baez wurde des öfteren bedroht

In den seit einem Jahr andauernden Protesten gegen die Regierung von Präsident Daniel Ortega hatte sich die katholische Kirche immer wieder auf die Seite der Demonstranten gestellt.

"Ich habe nicht darum gebeten, Nicaragua zu verlassen", sagte Báez. "Aber der Heilige Vater hat mir gesagt: 'Ich brauche dich hier bei mir.'" Der Weihbischof von Managua war zuletzt immer wieder von Regierungsanhängern bedroht worden, nachdem ihm Ortega vorgeworfen hatte, an einem Komplott gegen ihn beteiligt zu sein. Nach Erkenntnissen der US-Botschaft gab es sogar Attentatspläne gegen den Geistlichen.

"Das erzwungene Exil von Monseñor Silvio Báez ist ein harter Schlag für den Kampf um Demokratie in Nicaragua, die früher oder später aber kommen wird", schrieb der oppositionelle Schriftsteller Sergio Ramírez bei Twitter. Bei den Protesten gegen die Regierung kamen nach Angaben der Interamerikanischen Menschenrechtskommission mindestens 325 Menschen ums Leben. Die Gespräche zwischen Regierung und Opposition zu Beilegung der Krise geraten immer wieder ins Stocken.

Quelle: Apa/Dpa

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