Weltpolitik

Papst traf Angehörige der Nizza-Opfer: "Auf Hass verzichten"

Zwei Monate nach dem Terroranschlag von Nizza hat Papst Franziskus am Samstag die Angehörigen der Opfer getroffen. Bei der Begegnung mit den betroffenen Familien in der vatikanischen Audienzhalle appellierte der Heilige Vater, nicht "mit Hass auf Hass und auf Gewalt mit Gewalt" zu reagieren, auch wenn die Versuchung dazu groß sein könnte.

Papst traf Angehörige der Nizza-Opfer: "Auf Hass verzichten" SN/APA (AFP)/VINCENZO PINTO
Der Papst empfing die Angehörigen zwei Monate nach dem Anschlag.

Franziskus betonte, er teile den Schmerz der vielen Menschen, die an einem Abend ihre Liebsten verloren haben. "Ich teile Euren Schmerz, ein Schmerz, der noch stärker wird, wenn ich an die Kinder, an die ganzen Familien denke, die so plötzlich und auf dramatische Weise das Leben verloren haben", betonte der Papst. Die Familien wurden von der interreligiösen Organisation "Alpes-Maritimes Fraternite" (AMF) begleitet, die seit zehn Jahren in Nizza mit Christen, Juden und Muslimen zusammenarbeitet.

"Ich bete für alle Personen, die verletzt und in einigen Fälle fürchterlich verstümmelt worden sind, im Fleisch und in der Seele. Ich vergesse nicht diejenigen, die nicht nach Rom reisen konnten, oder im Krankenhaus sind. Die Kirche ist Euch nahe und begleitet Euch mit immensem Mitleid, Ich bete, damit Gott Euch hilft und in Euren Herzen Gefühle des Friedens und der Brüderlichkeit einfließen lasse", sagte Franziskus.

"Man kann auf die Angriffe des Bösen nur mit Werken Gottes reagieren, die Verzeihung, Liebe und Respekt für den Nächsten sind, auch wenn dieser anders als wir ist", erklärte Franziskus. Er bete auch für Frankreich und seine Politiker, damit sie sich weiterhin für eine "gerechte, friedliche und brüderliche Gesellschaft" einsetzen.

Am Abend des französischen Nationalfeiertags, dem 14. Juli, war ein Islamist am Strand von Nizza mit einem Lastwagen in eine Menschenmenge gefahren und hatte zugleich auf die Passanten geschossen. 84 Menschen kamen ums Leben, mehr als 200 wurden verletzt. Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) reklamierte die Tat für sich.

Quelle: APA

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