Weltpolitik

Papst trauert um Opfer des Anschlags in Ägypten

Papst Franziskus hat zum Angelusgebet am Sonntag seine Nähe zu den Opfern der Attacke auf eine koptische Kirche in Ägypten mit mindestens neun Toten bekundet, zu der sich die Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) bekannt hat. Außerdem verlieh der Papst mit dem drastischen Foto eines toten Kleinkinds aus Nagasaki seiner Mahnung zu Frieden und Deeskalation Nachdruck.

Papst Franziskus mahnt den Frieden ein SN/APA (AFP)/VINCENZO PINTO
Papst Franziskus mahnt den Frieden ein

Er bete für die Opfer des Anschlags und deren Familien, sagte der Papst. "Gott bekehre die Herzen der Gewalttätigen", sagte das Kirchenoberhaupt. Der Papst sprach auch das Thema Familie an. Er äußerte die Hoffnung, dass alle Familien in der Lage seien, die Bedingungen für ein harmonisches Heranwachsen ihrer Kinder zu schaffen. Eltern seien nicht Eigentümer, sondern Beschützer ihrer Kinder.

Mit einem Foto des US-Fotografen Joe O'Donnell (1922 - 2007) will Papst Franziskus in Zeiten der Eskalationen wieder mehr Besinnung auf den Frieden einmahnen. Die Aufnahme aus dem Jahr 1945 zeigt einen etwa zehnjährigen japanischen Buben, der seinen toten kleinen Bruder auf dem Rücken zur Leichenverbrennung trägt. Die Rückseite zeigt die Worte "... die Frucht des Krieges" und die Unterschrift von Franziskus, dazu eine kurze Bildbeschreibung auf Spanisch. Auf Wunsch des Papstes werde das Bild nachgedruckt und verbreitet, teilte das vatikanische Presseamt laut Kathpress am Sonntag mit.

Papst Franziskus hatte in den vergangenen Monaten wiederholt vor den möglichen Folgen neuer Eskalationen gewarnt und in den internationalen Krisen zu Dialog aufgerufen. Im Hinblick auf die Spannungen zwischen Nordkorea und den USA verurteilte er atomare Drohgebärden. Dabei sprach er von einem "Selbstmord der Menschheit". Der Neujahrstag wird von der katholischen Kirche als Weltfriedenstag begangen.

Der Fotograf O'Donnell kam im September 1945 kurz nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki als Marineinfanterist nach Japan, um das Kriegsende fotografisch zu dokumentieren. Zur Geschichte seiner Aufnahme des Buben aus Nagasaki erzählte er später in einem Interview: "Die Männer mit weißen Gesichtsmasken gingen zu ihm und begannen schweigend den Gurt zu lösen, der das Baby hielt. Da sah ich, dass es schon tot war. Die Männer hielten den Körper bei den Händen und Füßen und legten ihn auf das Feuer. Der Bub stand stramm da, ohne sich zu bewegen, und schaute auf die Flammen. Er biss so stark auf seine Unterlippe, dass sie vor Blut glänzte. Die Flamme brannte schwach, wie die untergehende Sonne. Der Bub machte kehrt und ging still weg."

Weitere Gottesdienste des Papstes sind heute die Messfeier zum Fest der Heiligen Familie und die Vesper mit dem Te Deum als Dank für das vergangene Jahr am 31. Dezember um 17.00 Uhr im Petersdom.

Das Jahr 2018 beginnt Papst Franziskus mit einer Messfeier im Petersdom am 1. Jänner um 10.00 Uhr. Der Neujahrstag ist in der römisch-katholischen Kirche der Weltfriedenstag und zugleich auch Hochfest der Gottesmutter Maria. Das Hochfest der Erscheinung des Herrn (Dreikönigstag, 6. Jänner) feiert der Papst mit einer Messe im Petersdom. Der Papst wird am 7. Jänner anlässlich des Festes der Taufe Jesu im kleineren Rahmen einige Kinder in der Sixtinischen Kapelle taufen. Am 15. Jänner bricht er zu einer einwöchigen Reise nach Chile und Peru auf.

Quelle: APA

Aufgerufen am 19.07.2018 um 11:22 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/papst-trauert-um-opfer-des-anschlags-in-aegypten-22384249

Kommentare

Schlagzeilen