Weltpolitik

Partei des Präsidenten gewann offenbar Parlamentswahlen in Mali

Die Parlamentswahlen in Mali hat laut vorläufigen Ergebnissen die Partei von Staatschef Ibrahim Boubacar Keita gewonnen. Laut den am Donnerstag veröffentlichten Resultaten verfehlte seine Partei RPM (Rassemblement pour le Mali) jedoch die absolute Mehrheit in der Nationalversammlung. Sie errang demnach 43 der 147 Mandate.

Die Ergebnisse müssen noch vom Verfassungsgericht des westafrikanischen Landes bestätigt werden. Auf dem zweiten Platz landete den vorläufigen Resultaten zufolge mit 22 Mandaten die Adema-Partei, die den Präsidenten ebenfalls unterstützt. Auf dem dritten Platz mit 19 Abgeordneten kam die URD-Partei von Oppositionsführer Soumaila Cisse. Die Wahlen hatten in erster Runde am 29. März, in zweiter Runde am 19. April stattgefunden.

Die Wahlbeteiligung lag in beiden Runden nur bei etwa 35 Prozent. Beeinträchtigt wurden die Wahlen durch die Coronavirus-Pandemie. In Mali gab es bis Donnerstag 258 bestätigte Infektionsfälle, 14 Todesopfer der Pandemie wurden dort gezählt.

Zudem wurden die Wahlen von islamistischer Gewalt beeinträchtigt. Oppositionschef Cisse wurde kurz vor der ersten Wahlrunde entführt, der Tat wird die Gruppe des Dschihadistenchefs Amadou Koufa verdächtigt. Nach Angaben von Cisses Partei finden Verhandlungen über seine Freilassung statt.

Regulär hätte die Wahl bereits 2018 stattfinden sollen. Wegen Sicherheitsbedenken wurde die Abstimmung jedoch mehrfach verschoben. Seit islamistische Gruppen 2012 die Kontrolle über den Norden des Landes übernommen haben, kommt Mali Land nicht zur Ruhe. Zahlreiche der 19 Millionen Einwohner leben in bitterer Armut.

Quelle: Apa/Ag.

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