Weltpolitik

Pelosis Laptop beim Sturm aufs Kapitol gestohlen

Beim Sturm auf das Kapitol ist am Mittwoch auch ein Laptop der Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, gestohlen worden. Dies teilte ein Mitarbeiter der Demokratin am Freitag mit. Auch der drittmächtigste Demokrat in der größeren Parlamentskammer, Mehrheitswhip Jim Clyburn, vermisste sein iPad. Unterdessen wurde in Arkansas jener Eindringling festgenommen, der sich stolz mit einem Fuß auf dem Tisch von Pelosi fotografieren hatte lassen.

Scherben im Büro der US-Parlamentspräsidentin SN/APA (AFP)/SAUL LOEB
Scherben im Büro der US-Parlamentspräsidentin

Hunderte Anhänger von US-Präsident Donald Trump waren am Mittwoch ins Kapitol eingedrungen und hatten dort unter anderem auch das Büro der Parlamentspräsidentin Pelosi verwüstet. Trump hatte den Mob zuvor bei einer Massenkundgebung angestachelt, indem er neuerlich von Wahlbetrug fantasierte und sie zum Marsch zum Parlamentsgebäude aufrief, wo gerade Trumps Wahlniederlage beurkundet wurde. Wegen der Vorfälle hatte Pelosi die sofortige Entfernung Trumps aus dem Amt gefordert.

Unterdessen ist jener Mann festgenommen und angeklagt worden, der sich am Mittwoch stolz im Sessel von Parlamentspräsidentin Pelosi fotografieren hatte lassen. Ihm werden Eindringen in ein besonders gesichertes Gebäude, Hausfriedensbruch, Vandalismus und Diebstahl vorgeworfen, wie ein leitender Vertreter des Justizministeriums, Ken Kohl, am Freitag mitteilte. Richard B. sei in Little Rock im Bundesstaat Arkansas festgenommen worden. Ein Foto zeigte am Mittwoch einen Mann, der auf Pelosis Stuhl saß und einen Fuß auf den Tisch gelegt hatte.

Das Ministerium stellt zudem 14 weitere Anklagen nach Bundesrecht vor, sagte Kohl. Einem der Verdächtigen wird demnach vorgeworfen, in seinem in der Nähe geparkten Auto elf Brandsätze und Waffen gehabt zu haben. Die Molotow-Cocktails seien besonders gefährlich gewesen, weil sie mit einer Art Schaumstoff gemischt gewesen seien, was eine Napalm-ähnliche Brandbombe ergebe, erklärte Kohl.

Der stellvertretende Chef des FBI-Büros in Washington, Steven D'Antuono, erklärte, die Ermittlungen würden mit Hunderten Mitarbeitern "rund um die Uhr" fortgesetzt. "Die Ausschreitungen und die Zerstörung, die wir am Mittwoch gesehen haben, werden vom FBI nicht toleriert", sagte er.

Die Polizei hat nach dem Sturm auf das Kapitol durch Anhänger des amtierenden Präsidenten Donald Trump Dutzende Festnahmen bekanntgegeben. Ermittler prüften nun Hinweise, Fotos und Material aus sozialen Medien, um weitere Verdächtige zu identifizieren. Das FBI hat bereits erste Fahndungsplakaten veröffentlicht.

Quelle: Apa/Reuters/Dpa

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