Weltpolitik

Philippinen: Im Kampf um Marawi rund 600 Islamisten getötet

Philippinische Sicherheitskräfte haben bei den Kämpfen zur Befreiung der Stadt Marawi nach Angaben eines Regierungsberaters etwa 600 Islamisten getötet. Etliche stammten aus dem Nahen Osten, aus Indonesien und Malaysia, sagte Jesus Dureza, ein Berater der Führung um Präsident Rodrigo Duterte, dem deutschen Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".

Regierungstruppen hatten die mit der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) verbündeten Rebellen im Oktober nach fünf Monate dauernden Kämpfen besiegt.

Die Extremisten hätten es leicht gehabt, weil sie unter Muslimen im Süden der Philippinen akzeptiert gewesen seien, sich mit örtlichen Clans verbündet und über Monate in unterirdischen Lagern Waffen angehäuft hätten, sagte Dureza. "Und so wachten wir eines Tages auf, und die Terroristen führten sich auf, als hätten sie ein Kalifat errichtet."

Dureza warnte IS-Anhänger davor, nach den militärischen Niederlagen im Nahen Osten nun die Philippinen als Rückzugsraum zu betrachten. "Wir eliminieren IS-Führer gezielt", sagte er. Zugleich kündigte er verstärkte Anstrengungen um mehr Rechte für Muslime im Süden des Landes an, um eine "historische Ungerechtigkeit zu beseitigen, denn darin liegt die Wurzel des Terrors".

Marawi - etwa 800 Kilometer südlich von Manila auf der Insel Mindanao gelegen - ist eine mehrheitlich muslimische Stadt; die Filipinos sind ganz überwiegend katholisch. Islamisten hatten die Stadt am 23. Mai angegriffen. In dem Konflikt starben mehr als 1.000 Menschen, rund eine halbe Million Einwohner mussten ihr Zuhause verlassen. Ein Großteil Marawis liegt in Trümmern.

Quelle: Apa/Dpa

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