Weltpolitik

Pinochet-Schergen bitten Opferangehörige um Vergebung

In Chile haben sechs Häftlinge, die wegen Menschenrechtsverletzungen in der Zeit der Militärdiktatur von Augusto Pinochet verurteilt wurden, während eines Gottesdienstes um Vergebung für ihre Gräueltaten gebeten.

Jesuiten-Pater Fernando Montes sagte dem Portal "La Prensa Austral" (Mittwoch Ortszeit) laut Kathpress, dass ihn die Häftlinge gebeten hätten, den Opferangehörigen ihre Reue mitzuteilen.

Unter den Häftlingen des Gefängnisses in Puna Peuca soll sich auch der ehemalige Vize-Direktor des Inlandsgeheimdienstes DINA, Raul Iturriaga Neumann, befinden, der wegen schwerer Menschenrechtsverletzungen noch bis 2037 in Haft bleiben muss. Ihm wurde die Teilnahme an der "Operation Condor" nachgewiesen.

Bei "Condor" arbeiteten die Geheimdienste verschiedener südamerikanischer Länder zusammen, um Dissidenten zu verfolgen, zu foltern und umzubringen. Im Auftrag der Machthaber in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Paraguay und Uruguay sollen in den 1970er und 1980er Jahren mehr als 200 Oppositionelle getötet worden sein.

In Chile wurden während der Diktatur unter General Pinochet (1973-1990) nach offiziellen Angaben rund 33.000 Menschen aus politischen Gründen eingesperrt und gefoltert. Rund 3.200 Menschen starben an Folgen staatlicher Gewalt; 1.192 Gefangene verschwanden spurlos.

Die chilenische Kirche forderte unterdessen in ihrer Weihnachtsbotschaft, darüber nachzudenken, aus Barmherzigkeit jene Gefangene zu begnadigen, die unter einer schweren Krankheit leiden. Dies sende eine Botschaft der Menschlichkeit und der Versöhnung an die Nation.

Quelle: APA

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