Weltpolitik

Platz der Hinrichtung Mussolinis wird Partisanen gewidmet

Am 28. April 1945 wurden Italiens faschistischer Diktator Benito Mussolini und seine Geliebte Claretta Petacci von Partisanen in Giulino di Mezzegra am Comer See hingerichtet. Die Ortschaft ist seit Jahren Pilgerort neofaschistischer Nostalgiker. Der Bürgermeister des Dorfes hat nun beschlossen, den Platz, auf dem Mussolini hingerichtet wurde, den Widerstandskämpfern zu widmen.

Der Mitte-links-Bürgermeister der Ortschaft, Mauro Guerra, will damit verhindern, dass Giuliano di Mezzegra lediglich als Magnet für Neofaschisten gilt, die vor allem am 28. April, dem Todestag Mussolinis, in die Ortschaft strömen. An diesem Tag wird dort jährlich eine Messe für den "Duce" zelebriert. Der Platz der Hinrichtung Mussolinis wird jetzt drei jungen Partisanen aus der Gegend gewidmet. "Wir wollen damit jungen Menschen gedenken, die einen wesentlichen Beitrag zur Befreiung Italiens vom Faschismus geleistet haben", sagte der Bürgermeister laut der Online-Ausgabe der Tageszeitung "La Repubblica". Auf dem Platz soll eine Gedenktafel zu Ehren der Widerstandskämpfer aufgestellt werden.

Mit seiner Initiative stieß der Bürgermeister auf Kritik. Mitte-rechts-Parteien sprachen von einer "Provokation" und kündigten Gegenmaßnahmen an.

Mussolini, der zwischen 1924 und 1944 an der Macht in Italien war, wurde im April 1945 von einem Partisanenkommando festgenommen, als er versuchte, in die Schweiz zu fliehen. Nach der Hinrichtung wurde seine Leiche nach Mailand gebracht und tagelang auf einem Platz öffentlich zur Schau gestellt.

Quelle: APA

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