Weltpolitik

Polizei befragte erneut israelischen Ministerpräsidenten

Die israelische Polizei treibt die Ermittlungen gegen Ministerpräsident Benjamin Netanyahu wegen des Verdachts der Vorteilsnahme voran. Die Ermittler hätten ihn am Freitag in seiner Residenz in Jerusalem zum dritten Mal befragt, berichtete das israelische Fernsehen. Dabei sei es unter anderem um die Annahme wertvoller Geschenke gegangen. Ergebnisse der Befragung wurden zunächst nicht bekannt.

Netanyahu muss sich den Vorwürfen stellen.  SN/APA (AFP)/GALI TIBBON
Netanyahu muss sich den Vorwürfen stellen.

Netanyahu hatte am Donnerstag Medien und Politikern vorgeworfen, bezüglich der Ermittlungen Druck auch auf den Generalstaatsanwalt auszuüben, um letztlich die Regierung abzusetzen. Dies sei ein Versuch, "auf undemokratischem Weg" die "Regierung zu stürzen", schrieb er auf Facebook. Ähnlich hatte er sich am Mittwoch bei einer Befragung im israelischen Parlament geäußert, wie die Zeitung "Haaretz" schrieb.

Netanyahu wird laut Medienberichten vorgeworfen, gemeinsam mit seiner Frau Sara von einem befreundeten israelischen Hollywood-Produzenten über Jahre Zigarren und Champagner im Wert von Hunderttausenden Shekel (ein Euro ist rund vier Shekel wert) angenommen zu haben. Netanyahu soll sich 2014 persönlich für eine Verlängerung des US-Visums des Produzenten eingesetzt haben.

Außerdem soll der Ministerpräsident versucht haben, sich in einem Deal mit einem Medienmogul eine positivere Berichterstattung in der regierungskritischen Zeitung "Yedioth Ahronoth" zu sichern. Netanyahu bestreitet alle Vorwürfe und beteuert seine Unschuld.

Israels Generalstaatsanwalt Avichai Mandelblit hat eine Untersuchung gegen Netanyahu bestätigt. Mandelblit teilte mit, es handle sich um den Verdacht, der Ministerpräsident habe Vergünstigungen von Geschäftsmännern angenommen, nannte aber keine Details.

Quelle: Apa/Dpa

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