Weltpolitik

Polizist in Ungarn bei Razzia von Nazi-Organisation getötet

Bei einer Razzia in Ungarn hat ein Anführer einer seit mehr als 20 Jahren aktiven Nazi-Organisation einen Polizisten erschossen. Der Beamte erlag im Krankenhaus von Györ seinen Verwundungen, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur MIT am Mittwoch. Der 75-jährige Tatverdächtige wurde festgenommen.

Polizisten hatten das Haus von Istvan Györkös, dem Gründer und Anführer der neofaschistischen Ungarischen Nationalen Front (MNA), nahe Györ umstellt. Sie wollten eine Durchsuchung vornehmen, berichtete die Zeitung "Kisalföld". Es kam zu einer Schießerei, bei der der Beamte getroffen wurde.

Die MNA versteht sich als Nachfolgerin der sogenannten Hungaristen-Bewegung von Ferenc Szalasi, der als Diktator von Hitlers Gnaden von 1944 bis 1945 über Ungarn geherrscht hatte. Sie kooperiert mit dem internationalen Neonazi-Netzwerk Blood & Honour. Auf seinem Landgut veranstaltete Györkös regelmäßig Wehrsport-Übungen, die auch gerne von deutschen Neonazis besucht wurden. Das Camp blieb von den Behörden stets unbehelligt.

Quelle: Apa/Dpa

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