Weltpolitik

Pompeo sprach mit Lawrow über Rüstungskontrolle

Die USA wollen mit Russland weiter über Rüstungskontrolle verhandeln. Washington sei für Gespräche bereit, twitterte US-Außenminister Mike Pompeo nach einem Telefonat mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow am Mittwoch. "Wir werden weiter auf Mechanismen drängen, die überprüfbar und durchführbar sind."

Pompeo gab sich gesprächsbereit SN/APA (AFP)/ANDREW HARNIK
Pompeo gab sich gesprächsbereit

Der letzte große bilaterale atomare Abrüstungsvertrag zwischen den beiden Atommächten läuft in gut neun Monaten aus - am 5. Februar 2021. Der New-Start-Vertrag zur Begrenzung strategischer Atomwaffen war das umfassendste Abkommen seit 20 Jahren gewesen. Das Gespräch sei auf Initiative der USA zustande gekommen, hieß es aus Moskau.

Auch Lawrow habe sich für die Verlängerung des Vertrages ausgesprochen, teilte das Moskauer Außenministerium mit. Dabei würden jedoch Faktoren einkalkuliert, die die strategische Stabilität des Landes beeinflussten. Bereits zuvor hatte Russland gemahnt, dass die Zeit für neue Verhandlungen knapp werde. Kremlchef Wladimir Putin warnt immer wieder vor der Gefahr eines Wettrüstens. Der frühere US-Präsident Barack Obama und sein damaliger russischer Kollege Dmitri Medwedew hatten das Dokument 2010 in Prag unterzeichnet. Der Vertrag war für zehn Jahre geschlossen worden.

Der New-Start-Vertrag sieht vor, die Nukleararsenale Russlands und der USA auf je 800 Trägersysteme und 1550 einsatzbereite Atomsprengköpfe zu verringern. Start steht für die englische Bezeichnung Strategic Arms Reduction Treaty. Moskau und Washington hatten sich bereiterklärt, über eine Verlängerung zu sprechen. Erst im vergangenen Sommer war ein anderes wichtiges Abrüstungsabkommen beider Länder aufgekündigt worden: der INF-Vertrag über das Verbot landgestützter atomarer Kurz- und Mittelstreckenwaffen.

Bei dem Gespräch seien auch die Corona-Pandemie und das Gedenken zum Kriegsende in Europa vor 75 Jahren Thema gewesen, hieß es. Dazu sprach Lawrow auch mit seinem britischen Kollegen Dominic Raab. Beide sollen Glückwünsche zum Sieg über Hitler-Deutschland ausgetauscht haben. Diese Erfahrung eines Bündnisses könne man nutzen, um modernen globalen Herausforderungen zu begegnen, hieß es.

Quelle: Apa/Dpa

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