Post aus Turkmenistan

Turkmenistans Präsident enthüllt Statue eines goldenen Hundes - während sein Land unter Corona leidet

Turkmenistans Präsident tritt mal als DJ auf, dann lässt er sich wiederum als Gewichtheber feiern. Seine neueste exzentrische Aktion: die Statue eines goldenen Hundes. Sein Land leidet derweil unter einer schweren Lebensmittelkrise.

Der goldene Herdenschutzhund Alabai.  SN/picturedesk
Der goldene Herdenschutzhund Alabai.

Luftballons steigen in den Himmel, Männer in roten Westen halten Holzstäbe in die Luft und tänzeln im Kreis. Turkmenistans Präsident Gurbanguly Berdimuhamedow schreitet eine leere Straße in der Hauptstadt Aschgabat entlang. Beide turkmenischen Fernsehsender übertragen die Zeremonie, der Moderator singt - und die Kamera schwenkt auf ihn: einen goldenen Hund, sechs Meter hoch, auf einem neun Meter hohen Sockel.

Die Enthüllung der Statue ist eine weitere exzentrische Aktion des turkmenischen Herrschers. Der Diktator, einst Zahnarzt seines noch verdrehteren Vorgängers Saparmurat Nijasow, tritt mal als DJ auf, mal lässt er sich als Gewichtheber feiern. Mal verbietet er schwarze Autos, dann schreibt er wieder Gedichte.

Turkmenische Exil-Medien berichten derweil von einer schweren Nahrungskrise im abgeschotteten Land. Milchprodukte und Brot seien schwer zu bekommen. Im Rohstoff-Wunderland - Turkmenistan hat das viertgrößte Gasvorkommen der Welt - herrscht seit Monaten eine Wirtschaftskrise. Corona verschärft die Lage.

Berdymuchamedow redet die Gefahr der Pandemie klein. Masken sind zwar Pflicht, aber nur wegen des Staubs aus dem ausgetrockneten Aralsee, der ins Land geweht werde. Den angeblichen Schmutz ließ der Herrscher nun mit der leicht berauschenden Substanz der Steppenraute ausräuchern.

Aufgerufen am 27.11.2020 um 08:33 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/post-aus-turkmenistan-turkmenistans-praesident-enthuellt-statue-eines-goldenen-hundes-waehrend-sein-land-unter-corona-leidet-95586838

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