Weltpolitik

Premier Philippe traf vor Massenprotesten "Gelbwesten"

Vor neuen Massenprotesten hat der französische Premierminister Edouard Philippe am Freitagabend gemäßigte Vertreter der "Gelbwesten" getroffen. Ein Sprecher der Gruppe, Christophe Chalencon, sagte nach dem Treffen, Philippe habe der Delegation zugehört und versprochen, deren Forderungen an Präsident Emmanuel Macron weiterzuleiten.

"Jetzt warten wir auf Herrn Macron", fügte Chalencon hinzu. "Ich hoffe, dass er wie ein Vater zum französischen Volk sprechen wird, mit Liebe und Respekt, und dass er starke Entscheidungen treffen wird."

Die Aktivisten, die von Philippe empfangen wurden, gehören zu den sogenannten "freien Gelbwesten", die sich gegen eine Beteiligung an der Demonstration am Samstag ausgesprochen haben. Macron hat angekündigt, sich erst Anfang kommender Woche zu der Krise zu äußern. Der Präsident traf am Abend in einem Pariser Vorort mit Polizisten zusammen, die am Samstag auf dem Boulevard Champs-Elysees eingesetzt werden sollen.

Bei den neuen Protesten der "Gelbwesten" am Samstag wird mit schweren Ausschreitungen gerechnet. Die Regierung hat ein beispielloses Sicherheitsaufgebot mobilisiert: Landesweit sind 89.000 Sicherheitskräfte im Einsatz, in der Hauptstadt Paris sind es 8.000. Das sind rund ein Drittel mehr als am vergangenen Samstag, als bürgerkriegsähnliche Bilder um die Welt gingen.

Einzelne Aktivisten rufen zur Einnahme des Elysee-Palastes auf, des Amtssitzes von Präsident Macron. Pariser Touristen-Attraktionen wie der Eiffelturm und der Louvre sowie zahlreiche Geschäfte bleiben aus Furcht vor Chaos und Plünderungen geschlossen.

Die Protestbewegung fordert den Rücktritt Macrons sowie allgemeine Steuersenkungen, höhere Pensionen und Löhne. Die bisherigen Zusagen der Regierung reichen den Aktivisten nicht aus.

Quelle: Apa/Ag.

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