Weltpolitik

Pressestimmen zum Anschlag in Straßburg

Den Anschlag mit drei Toten auf den Weihnachtsmarkt in Straßburg kommentieren mehrere Zeitungen.

Pressestimmen zum Anschlag in Straßburg SN/APA/AFP/SEBASTIEN BOZON
Pressestimmen zum Anschlag in Straßburg

Für "Les Dernières Nouvelles d'Alsace" trotzte der Angreifer allen Sicherheitskontrollen:
"Wer einen Anschlag verüben will, kann dies leicht tun. Der Einzel-Terrorismus braucht keine großen Mittel. Aber er richtet große Schäden an. Das ist in tragischer Weise an diesem 11. Dezember in Straßburg geschehen. (...) Der Mann hätte überall töten können. Am Bahnhof beispielsweise, der außerhalb der Kontrollstellen liegt. Aber er (der mutmaßliche Täter) zog es vor, den Kontrollen zu trotzen, bevor er seine Verbrechen ganz in der Nähe des Münsters beging und flüchtete - ungeachtet der Polizei- und Militärpatrouillen. (...) Die Bestürzung ist über diesen Weihnachtsmarkt hereingebrochen, der in der ganzen Welt berühmt ist, der zur Identität der Stadt gehört und der deswegen den Killer fasziniert hat. Der Terrorismus ist hinterlistig. Er benutzt die deutlichsten Bilder, um sie zu manipulieren."

Für die italienische Tageszeitung "La Stampa" hat die Hölle an die Tür geklopft:
"Terror auf dem Weihnachtsmarkt in Straßburg (...). In der Hauptstadt des Elsass, Zeichen der deutsch-französischen Wiederaussöhnung und des Friedens in Europa, (...) hat um 20.00 Uhr die Hölle an die Tür geklopft. (...) Wie in Paris in der Bataclan-Nacht mit 130 Toten (...) ist das historische Zentrum ausgestorben, zu hören sind nur die Sirenen. Dass der historische Weihnachtsmarkt von Straßburg von Attentaten bedroht ist, wusste man seit langem."

Für "Le Journal de la Haute-Marne" ist die Feststimmung in Straßburg vorbei:
"Im Jahr 2015 hatte Straßburg seinen Weihnachtsmarkt einige Monate nach den Anschlägen in Paris aufrechterhalten. Nur um dem internationalen Terrorismus zu beweisen, dass es nicht in Frage kam, dem Diktat eines mittelalterlichen Extremismus nachzugeben. Aber dieses Mal wurde die elsässische Hauptstadt direkt ins Visier genommen. Wird sie nach einer solchen Tragödie (...) die Feier fortsetzen können? Natürlich wird die Atmosphäre nicht festlich sein."

Quelle: SN

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