Weltpolitik

Proteste in Nordmazedonien gegen Zugeständnisse an Bulgarien

In Nordmazedonien haben tausende Menschen gegen Zugeständnisse an Bulgarien protestiert, die den Weg für EU-Beitrittsgespräche mit dem südosteuropäischen Land freimachen sollen. In der Hauptstadt Skopje versammelten sich am Samstag mehrere tausend Menschen, die nordmazedonische Flaggen schwenkten, Plakate mit der Aufschrift "Nein zur EU" hochhielten und regierungsfeindliche Parolen riefen.

Demonstranten sagen Nein zu Kompromiss für EU-Beitrittsgespräche SN/APA/AFP/ROBERT ATANASOVSKI
Demonstranten sagen Nein zu Kompromiss für EU-Beitrittsgespräche

Unterstützt wurden die Proteste von der rechtskonservativen Oppositionspartei VMRO-DPMNE und anderen oppositionellen Gruppen. Die nordmazedonische Regierung hatte am Freitag einen neuen Plan vorgelegt, den Frankreich während seiner am Donnerstag zu Ende gegangenen EU-Ratspräsidentschaft ausgearbeitet hatte. Laut dem Kompromissvorschlag müsste Nordmazedonien unter anderem seine Verfassung ändern, um die Rechte der bulgarischen Minderheit zu garantieren.

"Wir brauchen Europa nicht, wenn wir assimiliert werden sollen", sagte Oppositionsführer Hristijan Mickoski vor den Demonstranten. "Ich will nicht zu Europa gehören, weil ich das Recht habe, ein Mazedonier zu sein, der die mazedonische Sprache spricht und für seine Identität und Kultur kämpft."

Wegen der Streitigkeiten blockiert das EU-Mitglied Bulgarien seit 2020 die Aufnahme offizieller Beitrittsverhandlungen mit dem rund zwei Millionen Einwohner zählenden Nordmazedonien. Die Regierung in Sofia fordert von Nordmazedonien, bulgarische Wurzeln in seiner Sprache, Bevölkerung und Geschichte anzuerkennen. Kritisiert wird auch die angebliche Diskriminierung der bulgarischen Minderheit in Nordmazedonien.

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