Weltpolitik

Proteste wegen angeblichem Wahlbetrug in Mexiko

Mehrere zehntausend Menschen haben in Mexiko-Stadt gegen die Wahl von Enrique Pena Nieto zum Präsidenten Mexikos protestiert. Die Demonstranten zogen am Samstag durch Mexiko-Stadt.

Proteste wegen angeblichem Wahlbetrug in Mexiko SN/apa (epa)
Tausende Menschen versammelten sich am Zócalo.

"Fort mit Dir, Peña - Mexiko ohne die PRI", skandierten die Demonstranten. Nach der Präsidentenwahl vom 1. Juli waren die Betrugsvorwürfe erhoben worden, woraufhin die Wahlbehörden eine Neuauszählung von 54 Prozent der Stimmen anordneten. Das Ergebnis der Neuauszählung habe jedoch nichts am Sieg des PRI-Kandidaten geändert, erklärte die nationale Wahlkommission am Freitag. Demnach gewann Pena Nieto mit einem Vorsprung von fast sieben Prozentpunkten vor dem Linkskandidaten López Obrador.

López Obrador erklärte, die Proteste am Samstag erfolgten nicht auf seine Initiative hin. Der Politiker der Partei der Demokratischen Revolution (PRD) hatte angekündigt, das Wahlergebnis vor Gericht anfechten zu wollen. Nach seiner äußerst knappen Wahlniederlage gegen den amtierenden Präsidenten Calderón 2006 hatte López Obrador mit Protesten mehr als einen Monat lang Mexiko-Stadt lahmgelegt.

Der Linkskanditat wirft der PRI auch vor, in der Supermarktkette Soriana landesweit Einkaufsgutscheine verteilt zu haben, um sich im Gegenzug Stimmen zu sichern. Die Supermarktkette wies die Vorwürfe als "absolut falsch" zurück. Mit den Gutscheinen seien lediglich Rabatte und das Sammeln von Punkten möglich. Gabriel Mendoza, ein 54-jähriger Tischler, kritisierte bei der Demonstration, die PRI habe "die Not der armen Leute ausgenutzt", um Stimmen zu kaufen. Unmittelbar nach der Wahl hatten Menschen die Soriana-Märkte mit den gelben Gutscheinen mit dem Logo einer PRI-nahen Gewerkschaft gestürmt.

Quelle: Apa/Ag.

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